Anfrage im Wohnungsausschuss zu Wohnungen für Familien
13. Jan 2009

Im Wohnungsausschuss am 12. Januar 2009 haben wir nachgefragt, wie die Nachfrage- und Angebotssituation bei Wohnungen aussieht, die für ALG II-Beziehende in Frage kommen: Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 12. Januar 2009
hier: Angebots- und Nachfragesituation für angemessene Wohnungen im Sinne des SGB II/XII insbesondere für Familien

Sehr geehrter Herr Witzke,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 12. Januar 2009 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1.    In welchen Relationen bilden die Düsseldorfer Arbeitslosengeld II-Beziehenden welche Haushaltsgrößen, wie groß sind durchschnittlich die Wohnungen der jeweiligen Haushalte und welche Kaltmiete mit welchen Betriebs- und Heizkosten muss pro Quadratmeter und Haushaltsgröße durchschnittlich entrichtet werden?

2.    In welcher Anzahl und welchen Relationen hinsichtlich Quadratmeter- und Raumanzahl mit welchem durchschnittlichen monatlichen Mietpreis pro Quadratmeter Wohnfläche und welchen durchschnittlichen Betriebs- und Heizkosten hat das Amt für Wohnungswesen im Zeitraum von September 2007 bis August 2008 Wohnungsinserate erhoben, die das Angemessenheitskriterium im Sinne des SGB II/XII erfüllen?

3.    Welchen Anpassungsbedarf sieht die Verwaltung hinsichtlich der aktuellen Mietobergrenze – angesichts des Rückgangs der inserierten Wohnungen mit angemessenen Kosten der Unterkunft im Jahr 2008 sowie der laut Wohnungsmarktbericht teureren größeren Mietwohnungen die von größeren Bedarfsgemeinschaften nachgefragt werden – und bezüglich einer Berücksichtigung von energetischen Sanierungen bei der Festsetzung der Mietobergrenzen?

Sachdarstellung:
Die Mietobergrenzen für angemessene Kosten der Unterkunft liegen in Düsseldorf bei 7,35 € pro Quadratmeter Wohnfläche inklusive Betriebskosten, aber ohne Heizkosten. In einem Gutachten für das Sozialgericht Düsseldorf wurden für das Jahr 2005 durchschnittliche Betriebskosten – ohne Heizung – 1,70 € festgestellt. Am 13. Oktober informierte die Verwaltung darüber, dass bei der Auswertung der Wohnungsinserate im Jahr 2007 pro Monat durchschnittlich gut 330 und von Januar bis August 2008 nur noch knapp 240 Wohnungen festgestellt wurden, die das Angemessenheitskriterium im Sinne des SGB II/X II erfüllen. Bei diesen Durchschnittswerten würden bei 41 % der 7.881 von September 2007 bis August 2008 durch das Amt für Wohnungswesen ausgewerteten Inseraten angemessene Wohnungen angeboten. Das Amt für Wohnungswesen hat bei den ausgewerteten Inseraten laut Wohnungsmarktbericht 2007/2008 folgende durchschnittliche Wohnflächen und Netto-Kalt-Mieten mit entsprechenden Standardabweichungen festgestellt:
Zimmer    durchschnittliche Wohnfläche    durchschnittliche Netto-Kalt-Miete    Standard-abweichung
1-Zimmer    36 qm                                             8,29 €                                                                         1,65 €
2-Zimmer    61 qm                                            7,60 €                                                                            1,39 €
3-Zimmer    85 qm                                                7,87 €                                                                    1,85 €
4-Zimmer    116 qm                                                8,43 €                                                                2,24 €
5 + mehr Zimmer    162 qm                                9,50 €                                                                     3,13 €
Miet EFH    182 qm                                                13,20 €                                                                    3,02 €

Die Zahlen lassen vermuten, dass gerade Familien mit Kindern erhebliche Schwierigkeiten haben dürften eine Wohnung mit angemessenen Kosten der Unterkunft zu finden. Dann aber steht zu befürchten, dass die festgesetzte Mietobergrenze dazu führt, dass an angemessenem Spiel- und Lernraum für die Kinder gespart wird. Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass die 7.881 ausgewerteten Inserate nur einen Anteil der in Düsseldorf frei werdenden Wohnungen abbilden, angesichts der 116.081 Personen die im Jahr 2007 in Düsseldorf umgezogen sind.

Das Gutachten für das Sozialgericht Düsseldorf aus dem Jahr 2005 stellte durchschnittliche Heizkosten von 1 €/qm pro Monat fest. Dies bedeutet eine erhebliche Kostenbelastung für die Stadt und eine starke Belastung für das Klima, angesichts des oftmals bescheidenen energetischen Sanierungsstandes der entsprechenden Wohnungen.

Mit freundlichen Grüßen
Antonia Frey