Antrag mit SPD, FDP: Kooperationen der Wohnungswirtschaft im Quartier
09. Feb 2015

Ratsfrau   
Antonia Frey   
Vorsitzende des Ausschusses   
für Wohnungswesen und Modernisierung

Sehr geehrte Frau Frey,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 9. Februar 2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung beauftragt die Verwaltung, die bestehenden Kooperationen der Stadt mit Unternehmen oder Verbänden der Wohnungswirtschaft hinsichtlich ihrer jeweiligen Zielerreichung zu evaluieren. Es soll untersucht werden, inwiefern sie auf andere Quartiere und gegebenenfalls andere Handlungsfelder übertragbar sind, auch mit Akteuren der Wohnungswirtschaft, mit denen bislang nicht kooperiert wurde. Dabei kommt der Übertragbarkeit in Sozial-räumen der sozialräumlichen Gliederung mit mindestens überdurchschnittlichem Handlungsbedarf eine vorrangige Bedeutung zu. Darüber hinaus soll auch ermittelt werden, ob in anderen Themenfeldern Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft für eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich erfolgreiche Quartiersentwicklung zielführend und möglich sind. Themen können unter anderem sein: Pflege, Gesundheit, Einzelhandel, soziale Sicherheit, Mobilität, Klimaschutz sowie Grün- und Spielflächen. Dem Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung sind die Ergebnisse bitte vor den Herbstferien dieses Jahres zur Beratung vorzulegen.

Sachdarstellung
Im November 2008 hat die Stadt Düsseldorf mit der DWG eG, der Rheinwohnungsbau GmbH, der SWD AG und der WOGEDO eG für das Schwietzke-Gelände eine Kooperati-onsvereinbarung abgeschlossen. Als Ziele wurden formuliert:
• „Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität
• Verbesserung der Ausstattung mit quartiersbezogener Infrastruktur
• Steigerung der Wohnzufriedenheit
• Aktive Einbindung der Bewohner in die Quartiersentwicklung
• Erhöhung der Identifikation der Bewohner mit dem Quartier
• Stärkung des Verantwortungsgefühls für das Quartier
• Verringerung der Mieterfluktuation
• Förderung der sozialen Kontakte
• Stabilisierung des Quartiers durch neue Bewohner
• Erhöhung des Sicherheitsgefühls im Quartier“

Seit dem Jahr 2011 nimmt Haus & Grund am Programm des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus des Bundes „Kooperation im Quartier (KiQ)“ mit privaten Eigentümern zur Wertsicherung innerstädtischer Immobilien in Rath teil und wird hier vom Planungsamt un-terstützt. Auch in Hassels Nord hatte ab dem Jahr 2012 der Vermieter die Kosten für eine Sozialarbeiterin im Quartier übernommen. Dies soll fortgesetzt werden. Des Weiteren gibt es Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft zur Vermeidung von Obdachlosigkeit und zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Quartiersentwicklung ist vielfältig und braucht Vielfalt. Hierzu tragen die Kooperationen bei. In diesem Sinne waren die damaligen räumlich bezogenen Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft ein richtiger Schritt. Der nächste Schritt ist, zu prüfen, wie erfolgreich die Kooperationen wirken und inwiefern mit den Unternehmen und Verbänden der Wohnungs-wirtschaft eine Kooperationskultur entwickelt werden kann, die in den Quartieren die Wohn- und Lebensqualität zum Nutzen aller verbessert. Nicht nur eine räumliche und inhaltliche Erweiterung ist wünschenswert, sondern auch die Gewinnung neuer Akteure. In Düsseldorf bewirtschaften nicht nur zahlreiche institutionelle Akteure aus der Finanz- und Versiche-rungswirtschaft nennenswerte Wohnungsbestände, sondern auch Unternehmen, die einen gemeinnützigen, kirchlichen oder gewerkschaftlichen Hintergrund haben oder hatten. Auch sie gilt es zu gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Herz               Marcus Voelker              Rainer Matheisen


Antrag wurde beschlossen