Anfrage zu: Bezahlbarer Wohnraum für Künstlerinnen und Künstler
30. Aug 2010

Ratsfrau
Antonia Frey
Vorsitzende des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung

Sehr geehrte Frau Frey,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 30. August 2010 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler sind derzeit in der Einkommens- und Umsatzsteuerstatistik geführt beziehungsweise bei der Künstlersozialkasse versichert?

2. Welche Erkenntnisse über die Einkommensverteilung beziehungsweise das durchschnittliche Einkommen können auf dieser Grundlage dieser Zahlen gewonnen werden?

3. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, Investoren sowie Künstlerinnen und Künstlern Angebote im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus zu machen?

Sachdarstellung:
Der vor der Sommerpause vorgestellte Bericht über die Kulturwirtschaft in Düsseldorf empfiehlt deutlich: „Düsseldorf sollte für die Zukunft verstärkt darauf achten, leistungsfähiges Personal für kreativwirtschaftliche Branchen in die Stadt zu ziehen. Dazu sind alle Maßnahmen sinnvoll, die die Wahrnehmung der Stadt mit all ihren Stärken und Möglichkeiten verbessern und die die Stadt als Standort für Kreative noch attraktiver machen.“ (S. 95) In ähnlichem Kontext wird das hiesige Bodenpreisniveau als Problem benannt (S. 78).

Der Bericht zur Kulturwirtschaft zeigt das städtische Engagement bei der Atelierförderung (S. 48f.). Es werden ca. 400 (Wohn-) Ateliers durch das Kulturamt vergeben. Die Mieten liegen zwischen 1,50 €/qm und 3,55 €/qm. Zwei Objekte werden sogar bei Sorge um den Bauunterhalt mietfrei vergeben. Darüber hinaus fördert die Verwaltung auch den Atelierum- beziehungsweise –ausbau. Dies ist insgesamt eine ansehnliche Förderung.

Der Bericht weist auch für das Jahr 2007 256 in der Umsatzsteuerstatistik erfassten Künstlerinnen und Künstler aus. Angaben zu einkommenssteuerpflichtigen Künstlerinnen und Künstler werden nicht gemacht. Dies kann damit zusammenhängen, dass viele Künstlerinnen und Künstler über kein steuerpflichtiges Einkommen verfügen. Laut Statistik der Künstlersozialkasse beträgt das Durchschnittseinkommen zum 1.1.2009 der dort versicherten Künstlerinnen und Künstler bundesweit 16.232 € im Jahr. Dieses Durchschnittseinkommen lässt eine problemlose Wohnungsfindung auf dem hochpreisigen Wohnungsmarkt nicht zu.

Darüber hinaus sind zahlreiche Angebote der sozialen Wohnraumförderung wegen der speziellen Produktions- und Lebenssituationen für Künstlerinnen und Künstler nicht geeignet. Hier muss überlegt werden, welche zielgruppenspezifischen Lösungen im Rahmen der Wohnraumförderung möglich sind. Für die Lebendigkeit und Attraktivität der Stadt ist daher von hoher Bedeutung den Hochkreativen ein lebendiges, urbanes Arbeitsumfeld zu bieten, welches auch angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in Düsseldorf bezahlbar ist.

Mit freundlichen Grüßen

Traudl Blumenroth        Uwe Warnecke

Antworten der Verwaltung