Antrag zu: Transparente Schadstoffdatenbank und Gutachterliche Empfehlungen
08. Mai 2012

Herrn
Andreas Hartnigk
Vorsitzender des Bauausschusses

Sehr geehrter Herr Hartnigk,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 08. Mai 2012 zu nehmen:

Der Bauausschuss beauftragt die Verwaltung, ein Konzept für eine öffentliche Schadstoffdatenbank für alle städtischen Gebäude zu erstellen. Schwerpunkte sollen denjenigen öffentlichen Gebäuden sein, die Kinder und Jugendliche, aber auch andere potentiell gefährdete Bevölkerungsgruppen gesundheitlich belasten können.

Das Konzept soll aufzeigen, wie eine Schadstoffdatenbank für alle städtischen Gebäude schrittweise aufgebaut werden kann, wie gutachterliche Empfehlungen und Aktionspläne dort aufgelistet werden können und wie der öffentlicher Zugang (digital und analog) gestaltet werden kann. Darüber hinaus soll der dafür nötige finanzielle und personelle Aufwand sowie die mögliche zeitliche Umsetzung aufgezeigt werden. Das Konzept soll dem Bauausschuss vor Ende des Jahres 2012 zur Beratung vorgelegt werden.

Sachdarstellung:
Der Mensch verbringt statistisch immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Ganztagsangebote in Kindergärten und Schulen, aber auch die regulären Arbeitsstunden in Büro- und Arbeitsräumen summieren sich, zusammen mit dem Aufenthalt in der eigenen Wohnung, auf durchschnittlich 20 Stunden am Tag.

Im älteren, städtischen Gebäudebestand, aber auch während und nach Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten sowie bei Neubauten haben die schadstoffarmen, gesundheitlich unbedenklichen und umweltverträglichen Baustoffe eine große Bedeutung für die Gesundheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund von statistischen Häufungen von Erkrankungen der Bevölkerung durch Gebäudematerialien veranlasst, das Raumklima, Schimmelpilze und Innenraumschadstoffe in Gebäuden umfassender in den Fokus genommen werden.

Die gewissenhafte Erstellung einer Schadstoffdatenbank ist hierzu eine Grundvoraussetzung. Die öffentliche Zugänglichkeit der Informationen gewährleistet ein Höchstmaß an Transparenz und ist geeignet, das Vertrauen der BürgerInnen in den städtischen Gesundheitsschutz zu stärken. Ein positives Beispiel der Umsetzung zeigt die Bundesstadt Bonn (siehe www2.bonn.de/schadstoffe sowie ein Beispiel im Anhang).

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Gormanns        Thomas Eggeling        Björn Syffus

Anhang:
Beispiel aus der Bundesstadt Bonn (Schadstoffdatenbank – Detail; Objekt Adelheidisschule)