Anfrage von Ratsherr Norbert Czerwinski: Tatsächliche Baukosten Rheinufertunnel
16. Mai 2011

An
Oberbürgermeister
Dirk Elbers

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

folgende Anfrage bitte ich Sie auf die Tagesordnung der Sitzung am 16. Mai 2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie waren die Baukosten für den Bau des Rheinufertunnels sowie der Umgestaltung der Oederallee und der Fritz-Roeber-Straße, der neuen Hafenzufahrt sowie der Wohnumfeldmaßnahmen nach Abschluss der Arbeiten und wie war die abschließende Kostenteilung zwischen Bund, Land und Stadt?

2. Welche durchschnittlichen Betriebskosten sind genau seit Inbetriebnahme des Rheinufertunnels durchschnittlich pro Jahr angefallen?

3. Welche Erneuerungs- beziehungsweise Instandhaltungsmaßnahmen mussten aus welchen Gründen mit welchen Finanzmitteln beim Rheinufertunnel durchgeführt werden?

Sachdarstellung:
Am 17. Dezember 1987 fasste der Düsseldorfer Rat den Beschluss zum Bau des 1.940 Meter langen Rheinufertunnels. Laut Beschluss sollten 392,2 Mio. DM für den Bau des Tunnels sowie die Umgestaltung der Oederallee und der Fritz-Roeber-Straße aufgewendet werden. 20 % der Kosten sollten jeweils die Stadt und das Land Nordrhein-Westfalen tragen. Die restlichen 60 % sollten durch die Bundesrepublik Deutschland getragen werden. Im Beschluss werden weitere Kosten für die Planung (15 Mio. DM), die neue Hafenzufahrt (15 Mio. DM) sowie Wohnumfeldmaßnahmen überwiegend in Bilk und Unterbilk (48 Mio. DM) erwähnt.

Auf den Internetseiten der Stadt Düsseldorf wird aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des Tunnels der Erstellungsaufwand bis heute beschrieben: „Für den Tunnel wurden rund 235.000 Kubikmeter Beton und 22.000 Tonnen Betonstahl verbaut. Rund 125.000 Lkw-Ladungen Erdreich wurden abtransportiert. Zur Ausstattung des Tunnels gehören 72 Ventilatoren, 1.657 Leuchten und Notleuchten. Weiterhin sind 53 Überwachungskameras installiert, 120 Kilometer Kabel wurden verlegt und ein Versorgungssystem eingebaut, das von Anfang an Rundfunkempfang und den Empfang von Mobilfunkgesprächen ermöglicht.“

Seit Inbetriebnahme des Rheinufertunnels am 15. Dezember 1993 musste der Brandschutz sowie die Beleuchtung im Tunnel erneuert werden sowie eine Beschallungsanlage installiert werden. Alle drei Jahre wird der Tunnel einer gründlichen Inspektion unterzogen. Die jährlichen Instandhaltungskosten werden auf den Internetseiten der Stadt mit 500.000 € beziffert.

Unabhängig von der ästhetischen Bewertung des geplanten Projektes Kö-Bogen sollte die Stadt Düsseldorf vor Beschlussfassung über weitere große Tunnelanlagen sich die Erfahrungen insbesondere hinsichtlich der Kosten des ersten großen und gelungenen Tunnelprojektes in Erinnerung rufen.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski

Antworten der Verwaltung