Anfrage zu: Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge
06. Jul 2011

An
Herrn
Pavle Madzirov
Vorsitzender des Integrationsausschusses

Sehr geehrter Herr Madzirov,

in NRW sind die Zahlen unbegleitet einreisender minderjähriger Flüchtlinge im letzten Jahr angestiegen (von 579 in 2009 auf 875 in 2010). Die Jugendämter der Städte sind verpflichtet, diese minderjährigen Flüchtlinge „in Obhut zu nehmen“ und eine kindeswohlgerechte Versorgung sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund bittet die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Integrationsausschusses am 6.7.2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele minderjährige unbegleitete Flüchtlinge sind in 2010 nach Düsseldorf gekommen, (bitte differenzieren nach Geschlecht, Lebensalter und Herkunftsland) und inwiefern gibt es einen Anstieg der Zahlen?

2. Wie wurden und werden diese Flüchtlingskinder und Jugendlichen untergebracht und welche Betreuung erfahren sie konkret?

3. Inwiefern wird diese Betreuung und Begleitung dem Umstand gerecht, dass die meisten dieser Kinder die deutsche Sprache nicht sprechen, unter Umständen verängstigt oder gar traumatisiert und durch das aufenthaltsrechtliche Verfahren belastet sind?

Sachdarstellung:
Die Inobhutnahme minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge wird entweder in einer Jugendhilfeeinrichtung vorgenommen oder in einer speziellen Einrichtung zur Erstunterbringung von Flüchtlingskindern, wie sie einige Kommunen vorhalten. Dabei sollen Alter, Herkommen und Geschlecht des Flüchtlingskindes berücksichtigt werden, d.h. es ist eine altersgemäße Gruppe auszuwählen, möglichst mit Kindern aus demselben Land oder zumindest aus der Herkunftsregion.

Hier kann der / die Minderjährige allmählich zur Ruhe kommen und den Schmerz und die Trauer über Abschiede / Verluste und u. U. traumatische Erlebnisse verarbeiten und er/sie wird bei den ersten Schritten im neuen Land unterstützt, auch im aufenthaltsrechtlichen Verfahren.

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge brauchen vor dem Hintergrund der jeweiligen biografischen teilweise traumatischen Erlebnisse besondere pädagogisch / psychologische Hilfe und Unterstützung. Einige Städte bieten diese umfassende Hilfe in besonderen Wohnformen, den sogenannte Clearinghäusern.

Die Anfrage dient dazu, weiteren Handlungsbedarf für Düsseldorf abzuklären.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler             Dietmar Wolf

Antworten der Verwaltung