Anfrage zu: Arme Kinder sind häufiger krank - Maßnahmen und Projekte zum gesunden Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen
28. Jun 2011

An
Frau Walburga Benninghaus
Vorsitzende Jugendhilfeausschuss

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

die 2. Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung hat den Schwerpunkt „Gesundes Aufwachsen von Kindern“. Dass die Chancen auf eine gesunde Entwicklung sehr stark mit den sozialen und ökonomischen Ressourcen zusammenhängen, ist bekannt und wird in der Integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der Stadt Düsseldorf auch explizit benannt. Diese Erkenntnis beruht auch auf den Ergebnissen der jährlichen Schuleingangsuntersuchungen.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 28.6.2011 zu nehmen, durch die Verwaltung beantworten zu lassen und die Antwort auch dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales zur Kenntnis zu geben:

1. Inwieweit hat die Erkenntnis, dass arme Kinder häufiger krank und übergewichtig sind und Auffälligkeiten wie Sprachdefizite und motorische Störungen aufweisen, Einfluss auf die Maßnahmen der Integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung?

2. Inwiefern werden bei den Maßnahmen und Projekten zum Gesunden Aufwachsen von Kindern Strategien berücksichtigt, die zum Ziel haben, sozial bedingte Benachteiligungen bei den Gesundheits- und Versorgungschancen in sozialschwachen Stadtteilen auszugleichen?

3. Welche konkreten Maßnahmen / Projekte hat die Stadt im Rahmen der Schwerpunktes „Gesundes Aufwachsen von Kindern“ angestoßen bzw. sind wann geplant und inwieweit basieren diese auf dem sogenannten Setting-Ansatz?

Sachdarstellung:
Soziale Benachteiligung hat einen negativen Einfluss auf einen gesunden Lebensstil und die Gesundheitsprävention. Kinder aus ärmeren Familien sind häufiger krank und /oder in ihrer sprachlichen und motorischen Entwicklung beeinträchtigt. Übergewicht und Bewegungsmangel sind weit verbreitet. Diese Problematik hängt nicht nur mit der sozialen Situation zusammen, sondern beispielsweise auch mit dem Wohnumfeld.

Die 2. Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung mit dem Schwerpunkt „Gesundes Aufwachsen von Kindern“ beschreibt diese Problematik eindringlich. Auf S. 11 und S. 161/162 des Gesamtbandes wird beispielsweise neben der Bildung eine sozial gerechte und gesunde Lebenswelt (soziale Unterstützung, schadstoffarme Umwelt, ausreichender Wohnraum, bedarfsgerechte Lern- und Arbeitsbedingungen) als Voraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen angesprochen.

Dabei bleibt allerdings weitestgehend offen, inwieweit diese Beschreibung Einfluss auf die Maßnahmen und Projekte der Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung haben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring

Antworten der Verwaltung