Anfrage zu: Fortfall des Beratungsangebots für türkische Familien in Bilk
13. Sep 2011

An
Frau Walburga Benninghaus
Vorsitzende Jugendhilfeausschuss

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

das spezielle Beratungsangebot für türkische Familien in Bilk soll ab September fortfallen. Betroffene Familien haben sich mit der Bitte um Aufrechterhaltung dieses Angebots an die Fraktionen gewandt. Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 13.09.2011 zu nehmen, durch die Verwaltung beantworten zu lassen und die Antwort auch dem Integrationsausschuss zur Kenntnis zu geben:

1. In welche bestehenden Strukturangebote sind die türkischen Familien mit Kindern mit Behinderungen, die durch das spezialisierte Beratungsangebot betreut wurden, konkret überführt worden und sind die Familien dort auch „angekommen“?

2. Wie wird kultursensible Beratung und Betreuung von behinderten Kindern mit Migrationsgeschichte und ihren Familien in den dezentralen Angeboten der Familienzentren und Familienbildungswerken gewährleistet?

3. Wie wird die von Frau Yenice-Caglar in 25 Jahren Beratungstätigkeit erworbene Expertise gesichert und weiter genutzt?

Sachdarstellung:
Das betreffende Angebot der Erziehungs- und Familienberatung richtet sich an türkische Eltern behinderter Kinder oder Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und wird von vielen Familien wahrgenommen, die auch durch mangelnde Sprachkenntnisse Verständigungsschwierigkeiten haben.

Laut Verwaltung sei das Spezialangebot nicht mehr notwendig und die dort derzeit noch betreuten Familien könnten in andere bestehende Strukturangebote überführt werden. Das sehen die betroffenen Familien allerdings anders, wie sie in einem Schreiben an die Ratsfraktionen ausführlich darlegen. Die Argumente der Eltern scheinen zunächst einmal überzeugend.

Der Ansatz der Verwaltung, Jugendhilfeangebote zu vernetzen, sie zielgruppenspezifisch oder sozialraumorientiert zu sehen, ist im Prinzip zu begrüßen. Im Einzelfall ist jedoch genau hinzuschauen, ob die Eltern bei diesen Umstrukturierungsprozessen mitgenommen werden können. Dies trifft in besonderem Maße auf kultursensible Angebote für Menschen mit Migrationsgeschichte zu.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring

Antworten der Verwaltung