Antrag zu: Legale Graffitiflächen für Düsseldorfs Jugend
18. Okt 2011

An
Frau
Walburga Benninghaus
Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 18. Oktober 2011 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, wie und wo in dieser Stadt Flächen bereitgestellt werden können, um jungen Sprayern die Möglichkeit zu bieten, legal und ohne Anmeldung jederzeit Graffiti anbringen zu können.

Bei dieser Prüfung sollte die Fachkenntnis aus dem Projekt „Einwandfrei“ des Jugendrings genutzt werden. So kann davon ausgegangen werden, dass die Bedürfnisse der jungen Sprayer ausreichend Berücksichtigung finden. Außerdem haben sich im Rahmen des Projekts auch Kenntnisse über geeignete Flächen oder Objekte hier in Düsseldorf ergeben.

Die Verwaltung wird ferner gebeten, in Abstimmung mit allen Bezirksvertretungen ein Verfahren zu entwickeln, durch das Haushaltsausgabereste aus den bezirksbezogenen Ansätzen für die Bauerhaltung, die zur Graffiti-Beseitigung beplant sind, zur Unterstützung des Projekts „Einwandfrei“ dem Jugendring zufließen.

Sachdarstellung:
Graffiti-Sprayern ausschließlich mit Strafverfolgung zu begegnen ist der falsche Weg: Untersuchungen der Universität Potsdam zufolge spielt der Reiz des Verbotenen nur eine untergeordnete Rolle. Richtig ist, dass insbesondere Selbstverwirklichung, Kreativität und Gruppengefühl die Jugendlichen motivieren. Graffiti ist eine eigene anerkannte Kunstrichtung und zählt zur künstlerischen Freizeitgestaltung einer ganzen Subkultur. Deshalb halten wir die Freigabe von Flächen für legale Graffiti ohne Auflagen, Anmeldungen etc. für dringend notwendig.

Bei der Vorstellung des Projekts „Einwandfrei“ im Ordnungs- und Verkehrsausschuss wurde deutlich, dass alle Beteiligten, auch private Hauseigentümer, die geschädigt worden waren, vom Projekt profitieren und für die Freigabe von Flächen plädieren.

Das erfolgreiche Jugendring-Projekt „Einwandfrei“ sollte zusätzliche Unterstützung erhalten. Eine Möglichkeit hierzu sehen wir in der Übertragung von Haushaltsrestmitteln für bauliche Unterhaltung, die zur Graffiti-Beseitigung zweckgebunden sind,  aus den jeweiligen Bezirksvertretungen. Dies wäre eine Lösung ohne im Jugendhaushalt zusätzliche Gelder bereitzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring