Anfrage zu Übergang städtische Kindertagesstätten in freie Trägerschaft
28. Feb 2012

An
Frau Walburga Benninghaus
Vorsitzende Jugendhilfeausschuss

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 28. Februar 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1)    Wie können betroffene Eltern bei einem Betriebsträgerwechsel einer städtischen Kindertagsstätte mit ausreichender Vorlaufzeit informiert werden, so dass sie im Verfahren einbezogen sind?

2)    Wie können betroffene MitarbeiterInnen bei einem Betriebsträgerwechsel einer städtischen Kin-dertagsstätte mit ausreichender Vorlaufzeit informiert werden, so dass sie im Verfahren einbezogen sind?

3)    Wie sieht der Orientierungsrahmen für die KiTa- Bedarfsplanung der städtischen Kindertagesstätten in Düsseldorf aus, wie viele (und welche) Übergaben in freie Trägerschaften sind absehbar?

Sachdarstellung:
Im Jugendhilfeausschuss Oktober 2011 war das Thema Betriebsträgerwechsel im Kindertagesstättenbereich aufgrund eines Antrags der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf der Tagesordnung.
Diesem Antrag auf eine ausreichende Vorlaufzeit von einem Jahr wurde nicht zugestimmt, da es laut Herrn Friedel [Zitat aus dem JHA - Protokoll 18.10.2011] „nichts an den bisherigen Verfahren auszusetzen gibt. Die Betriebsträgerwechsel erfolgen unter Einbeziehung der Eltern harmonisch. Bisher wurden immer einvernehmliche Lösungen gefunden“.

Dem entgegen verläuft das derzeitige Verfahren zur Übergabe der städtischen KiTa (Familienzentrum) Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße 19 b in die Trägerschaft des Vereins SOS Kinderdorf e.V. Weder die MitarbeiterInnen noch die Eltern wurden von Seiten der Stadt rechtzeitig informiert sondern vor fast vollendete Tatsachen gestellt.

Der Wechsel der Trägerschaft bedeutet auch einen Wechsel der ErzieherInnen und KinderpflegerInnen – ein eingespieltes und funktionierendes PädagogInnen Team ist aber nicht nur wichtig für eine gute inhaltliche und organisatorische Arbeit sondern vor allem für die Beziehungsarbeit mit den Kindern. Fürsorgliche Eltern haben einen anderen Anspruch an professionelle Kinderbetreuung als das von Bürgermeisterin Dr. Strack-Zimmermann erwähnte "solange alle Kinder versorgt sind" [Zitat aus dem JHA - Protokoll 18.10.2011].

Weitere Betriebsträgerwechsel sollten wie von der Stadt angekündigt wirklich transparent abgewickelt werden Daher möchten wir sowohl über in der nächsten Zeit anstehende Betriebsträgerwechsel im Kindertagesstättenbereich informiert werden als auch über die allgemeine Planung, wie viele und welche der städtischen Kindertagesstätten die Stadt in freie Trägerschaften übergeben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring        Angela Hebeler

Antworten der Verwaltung