Anfrage zu: Kindertagespflege
27. Mär 2012

AnFrau Walburga BenninghausVorsitzende JugendhilfeausschussSehr geehrte Frau Benninghaus, Wie viele Personen sind zurzeit als Tagesmütter bzw. -väter in Düsseldorf gemeldet und wie viele davon haben keine Kinder bzw. weniger Kinder in ihrer Betreuung als Plätze zur Verfügung stehen?

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 27. März 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Personen sind zurzeit als Tagesmütter bzw. -väter in Düsseldorf gemeldet und wie viele davon haben keine Kinder bzw. weniger Kinder in ihrer Betreuung als Plätze zur Verfügung stehen?

2. Wie werden die angebotenen Plätze ausgefüllt (wie viele Plätze werden nur stundenweise in Anspruch genommen und wie viele zu den Randzeiten, die nicht durch Kindertagesstätten abgedeckt werden)?

3. Wie kontinuierlich ist die Betreuung durch Kindertagespflegepersonen, wie häufig werden Betreuungsvereinbarungen / -verträge aus welchen Gründen und nach welchem Zeitraum beendet?

Sachdarstellung:
Durch den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige ab dem 01. August 2012 setzt die Stadt Düsseldorf neben dem Ausbau der Kindertagesstätten auch verstärkt auf die Kindertagespflege. In Presseberichten der Stuttgarter Zeitung Ende Februar wurde das Problem benannt, dass zwar die Zahl der Qualifizierungen als Tagespflegeperson steigt, die tatsächliche Zahl der betreuenden Personen aber in etwa gleich bleibt.

Als Gründe für eine Beendigung des Betreuungsvertrags bzw. die Verhinderung eines Neuabschlusses werden genannt: Schwangerschaften der Tagesmütter, ein notwendiger Umzug der Tageseltern in eine Wohnung, die dem Betreuungsstandard nicht mehr entspricht oder auch die Herausnahme des Kindes durch die Eltern, da die Unterbringung bei den Tageseltern nur als Überbrückungslösung bis zur Zusage eines Kindertagesstättenplatzes geplant war.

Neben der Tatsache, dass der Bezugspersonenwechsel für die (oft noch sehr) kleinen Kinder selten problemlos zu bewältigen ist, birgt die unterbrochenene Beziehungsarbeit auch für die Tagesmütter und -väter die Gefahr des Motivations- und Leistungsverlustes. Hinzu kommt die fehlende Sicherheit eines geregelten Einkommens durch konstante und verlässliche Betreuungszahlen.

Die Stadt Düsseldorf versucht aufgrund des Rechtsanspruches neue Tageseltern für die Betreuung der unter Dreijährigen zu gewinnen, wir würden gerne wissen in wie weit welche Faktoren das Vorhaben erschweren und wie denen entgegengewirkt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring        Angela Hebeler

 

Antworten der Verwaltung