Anfrage zu: Gefährdung Kindeswohl – Situation Düsseldorf
10. Sep 2013

An
Frau Ursula Holtmann-Schnieder
Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses

Sehr geehrte Frau Ursula Holtmann-Schnieder,

Anfang Juli 2013 war der Presse zu entnehmen, dass sich in Düsseldorf eine Mutter vor Gericht zu verantworten habe, da sich ihre Kinder in einem verwahrlosten Zustand befanden und zum Teil starke Entwicklungsstörungen aufwiesen.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 10. September 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welche Gründe waren ausschlaggebende dafür, dass trotz der anerkannten Düsseldorfer Programme der Frühförderung und Prävention eine derart eklatante Vernachlässigung von Kindern unerkannt blieb und welche Konsequenzen beabsichtigt die Verwaltung, aus diesem Vorkommnis zu ziehen?

2. Trifft es zu, dass die hier betroffene Familie bereits dem Jugendamt bekannt war? Falls ja, welche Gründe sind anzuführen, dass eine geeignete und dem Kinderschutz angemessen Intervention nicht frühzeitiger erfolgte?

3. Wann beabsichtigt die Verwaltung, die „AG 78 Erzieherische Hilfen“ wiederzubeleben bzw. welche Gründe stehen dem aktuell entgegen?

Sachdarstellung
Bereits im Februar dieses Jahres wurde eine Düsseldorfer Mutter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, da ihre zwei Kinder völlig vernachlässigt aufgefunden wurden (die WZ berichtete am 13. Februar 2013). 

Im Juli gab es erneut einen ähnlichen Vorfall, in dem eine weitere Düsseldorfer Mutter sich wegen Verletzung der Fürsorgepflicht vor Gericht zu verantworten hat, da ihre fünf Kinder - zum Teil in ihrer Entwicklung stark zurückgeblieben - in einer völlig vermüllten Wohnung aufgefunden wurden (die WZ, NRZ und RP berichteten am 04.07.2013).

Trotz der in Düsseldorf aufgebauten Präventions- bzw. Interventionsmaßnahmen u. a. durch das Programm „Zukunft für Kinder“, die Zusammenarbeit von Allgemeiner Sozialdienst, niedergelassenen Kinderärzten, Kindertageseinrichtungen und Beratungsstellen, scheint es Lücken im System zu geben.

Wir möchten mit den oben gestellten Fragen die Verlässlichkeit des Düsseldorfer Netzwerks gegen Kindeswohlgefährdung hinterfragen und erfahren, wo die Verwaltung Verbesserungsmaßnahmen für möglich ansieht.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Petring        Angela Hebeler

Antworten der Verwaltung