Anfrage zu: Pflegekinder in Düsseldorfer Regenbogenfamilien
11. Mär 2014

An
Frau Ursula Holtmann-Schnieder
Vorsitzende Jugendhilfeausschuss

Sehr geehrte Frau Ursula Holtmann-Schnieder,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 11. März 2014 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Pflegefamilien / -personen und Bereitschaftspflegefamilien / -personen gibt es in Düsseldorf und in wie weit kann der Bedarf an Pflegefamilien / -personen gedeckt werden?

2. Wie viele Pflegekinder in Düsseldorf sind bei schwulen / lesbischen Paaren (Regenbogenfamilien) oder Personen untergebracht und welche Erfahrungen wurden mit schwul / lesbischen Pflegefamilien / -personen gemacht?

3. Werden gleichgeschlechtliche Paare bzw. Personen in Düsseldorf explizit als Pflegefamilien / -personen benannt oder beworben, falls nein, warum nicht?

Sachdarstellung:
Laut statistischem Bundesamt war die Zahl der Inobhutnahmen im Jahr 2012 auf einem neuem Höchststand, die Jugendämter in Deutschland haben 40.200 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. In den letzten Jahren haben die Inobhutnahmen stetig zugenommen, so ist die Zahl im Vergleich zu 2007 (28.200) um 43 % gestiegen. Auch in Nordrhein-Westfalen haben Jugendämter 2012 so häufig wie noch nie zuvor Kinder und Jugendliche vorläufig aus ihren Familien genommen (Rheinische Post 25.06.2013).

Gleichwohl die Zahlen in Düsseldorf bezüglich Inobhutnahmen geringer sind als in anderen vergleichbaren Städten, so ist das Jugendamt darauf angewiesen, eine ausreichende Zahl an Pflegestellen zu finden, um eine Unterbringung im Heim zu vermeiden. Verheiratete Paare, unverheiratete Paare, gleichgeschlechtliche Paare und Alleinlebende mit und ohne Kinder können sich um die Aufnahme eines Pflegekindes bewerben.

Unseres Erachtens ist die Unterbringung in einer geeigneten Pflegefamilie bzw. bei einer geeigneten Pflegeperson zum Wohl eines Kindes dem Aufenthalt in einem Heim vorzuziehen, wobei die sexuelle Orientierung der Eltern für das Maß an elterlicher Fähigkeit nicht relevant ist.

Jedoch wissen die wenigsten, dass eine Pflegeelternschaft auch für andere als verheiratete heterosexuelle Paare möglich ist. Deshalb werden in einigen Städten (z. B. Berlin, Wien und Zürich) auch ausdrücklich Singles, unverheiratete sowie schwule und lesbische Paare durch Werbekampagnen angesprochen.

Für homosexuelle Paare und Personen ist die Pflegeelternschaft zudem oft die einzige Möglichkeit, mit Kindern zu leben und sie groß zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler        Paula Elsholz

Antworten der Verwaltung