Anfrage zu: Schutz der Kinder vor Schadstoffen in Spielzeug und Einrichtungsgegenständen
23. Nov 2010

An
Frau
Walburga Benninghaus
Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeausschusses

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

gerade Spielzeug für Kinder muss sicher und frei von Giften sein. Leider sieht die Realität aber oft anders aus. Entsprechende Medienmeldungen bieten immer wieder Anlass zur Sorge.

Die Stiftung Warentest hat im Oktober d. J. 50 ausgewählte Spielwaren auf Schadstoffe untersucht und in 42 Fällen eine Belastung mit Formaldehyd, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Weichmachern und Schwermetallen nachgewiesen.

Hierzu bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 23.11.2010 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Was unternimmt die Verwaltung, um für Kindertages- und Jugendfreizeiteinrichtungen die Gefahren zu minimieren, denen Kinder durch Produkte ausgesetzt sind, die mit Schadstoffen wie beispielsweise Formaldehyd, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Weichmachern und Schwermetallen belastet sind?

2. Wie sieht die Beschaffungspraxis aus (zentral/dezentral) und inwieweit wird dabei auf den Kauf von schadstoffarmen und/oder Produkten aus fairem Handel gemäß der Vergabeordnung der Stadt Düsseldorf geachtet?

3. Wie werden ErzieherInnen, Eltern und Kinder für die Gefahren schadstoffbelasteter Produkte und die Möglichkeiten des Kaufs von unschädlichen und auch fairen Erzeugnissen sensibilisiert?

Sachdarstellung:
Auch wenn die Europäische Union und die Bundesregierung hier in erster Linie in der Pflicht sind, die Gesetze zum Schutz der VerbraucherInnen zu verschärfen, kann und muss die Kommune zum Kinder- und Verbraucherschutz bei dem Thema tätig werden.

In koordinierter Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Gesundheitsamt, Umweltamt und Amt für Verbraucherschutz sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Gefahren zu minimieren, die von unsicheren und schadstoffreichen Spielmaterialien und Einrichtungsgegenständen ausgehen. Aufklärung und Kontrollen müssen verstärkt werden.

Speziell bei den Düsseldorfer Kindertageseinrichtungen hat die Verwaltung große Einflussmöglichkeiten. Wichtig ist, beim Personal sowie bei Kindern und Eltern die Sensibilität für die Gefahren schadstoffbelasteter Produkte und die Möglichkeiten, zum Beispiel nur Spielzeug zu nutzen, dass unter fairen Bedingungen hergestellt wird, zu erhöhen.

Die Aktion „fair spielt“ lädt beispielsweise Kindertagesstätten, Kindergärten, Krippen, Horte und Eltern-Kind-Gruppen ein, sich an ihrem Wettbewerb "Spielt fair!" zu beteiligen. Bis Mai 2011 können dafür Projektberichte zum Thema "Spielzeug und faire Produktion" eingereicht werden. Auch bei der Beschaffungspraxis kann darauf eingewirkt werden, möglichst schadstofffreie und faire Produkte einzukaufen.

Die Vergabeordnung der Stadt Düsseldorf sieht außerdem eine Präferenz für Produkte aus fairem Handel vor.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler

Antworten der Verwaltung