Antrag zu: Innerstädtisches Logistiksystem
04. Sep 2013

An Ratsherrn
Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses         

 

Sehr geehrter Herr Volkenrath,  

die Fraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 04. September 2013 zu nehmen und zur Abstimmung zu stellen:    

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, die Potenziale, Umsetzungsmöglichkeiten und -hindernisse für eine koordinierte City-Logistik in Düsseldorf zu prüfen. Dabei soll konkret die Übertragung des Systems „Cargo-Hopper“ im niederländischen Utrecht untersucht werden.
Die in der Vergangenheit bereits gesammelten Erfahrungen zur City-Logistik in Düsseldorf sollen zur kritischen Prüfung der Möglichkeiten berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen dem OVA Anfang 2014 vorgestellt werden.    

Sachdarstellung  

Auch in Düsseldorf gab es in der Vergangenheit Versuche, den Lieferverkehr durch eine City-Logistik zu lenken und die Belastungen zu reduzieren. Diese Ansätze und Projekte konnten jedoch nicht erfolgreich etabliert werden und verliefen letztendlich im Sande. Andere Systeme und neue technische Möglichkeiten könnten hierzu eine neue Perspektive bieten.  

In der Studie „NRW 2020“ schlägt die Unternehmensberatung McKinsey unter anderem koordinierte Logistiksysteme zur Reduktion von Staus sowie Lärm- und Schadstoffemissionen in Innenstädten vor. Vorbild ist dabei das System „Cargo Hopper“ im niederländischen Utrecht, bei dem Warenlieferungen in die Innenstadt gebündelt und mit Elektrolieferwagen durchgeführt werden. Dieses System wird in der Studie beispielhaft auf Düsseldorf übertragen.  

Ergebnis der Studie ist, dass sich durch ein koordiniertes City-Logistik-Konzept täglich bis zu 6.000 Lkw-Fahrten in die Düsseldorfer Innenstadt einsparen ließen. Voraussetzung dafür wäre neben einem gut ausgelasteten Logistik-Hub auch ein regulatorisches Konzept, dass die richtigen Anreize zur Nutzung des Systems bietet Beim Vorbild in Utrecht werden beispielsweise Lieferzeitfenster und Lkw-Einfahrtsgebühren für Fahrten außerhalb dieser Zeiträume festgelegt.  

Volkswirtschaftlich betrachtet wird damit ein Teil der Kosten des Lieferverkehrs umgelegt (insbesondere die Infrastrukturkosten sowie die Folgekosten durch Schadstoffemissionen und Lärm). Für Nutzer*innen des neuen Logistiksystems werden dann entsprechende Ausnahmen geregelt, beispielsweise gebührenfreie Zufahrten. Zusätzliche betriebswirtschaftliche Vorteile ziehen die Nutzer*innen aus Effizienzgewinne durch reduzierten Stauzeiten und weniger Touren.    

Mit freundlichen Grüßen    
Norbert Czerwinski                            Dietmar Wolf                          Stephan Soll      

Anlage: Kerninitiative „Koordinierte City-Logistik“, Auszug aus der Studie „NRW 2020“(pdf)