Keine weiteren gefährlichen Radwege in Düsseldorf!
09. Jun 2009

Im Ordnungs- und Verkehrsausschuss am 17. Juni stellen wir einen Antrag, dass die Stadt den Radwegebau so lange aussetzt, bis endlich Mindeststandards festgelegt sind, die die Sicherheit von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden gewährleisten: Antrag zur Sitzung des Ausschusses am 17. Juni 2009
hier: Keine weiteren gefährlichen Radwege für Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Bräer,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 17. Juni 2009 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Die Stadt Düsseldorf setzt den weiteren Radwegebau aus, bis Mindeststandards für den Radwegebau verbindlich festgelegt wurden, die die Verkehrssicherheit für Radfahrende und zu Fuß-Gehende gewährleisten. Außerdem wird die Benutzungspflicht gefährlicher Radwege wie auf der B8  bis zur Verbesserung der Verkehrssicherheit aufgehoben.

Sachdarstellung:
Durch den Beschluss des OVA vom 14.01.2009 wurde der Radwegebau auf Hauptstraßen stark eingeschränkt. Radstreifen auf der Fahrbahn sind kaum noch zu realisieren, da sie unmittelbar oder mittelbar den Platz für die Autos beeinträchtigen könnten und somit dem Ausschlusskriterium des OVA-Beschlusses unterliegen. In der Folge ist damit zu rechnen, dass noch mehr als bislang Radwege auf dem Gehweg angelegt werden. Dies ist nicht nur eine kostspielige Variante sondern birgt auch Gefahren für die Verkehrssicherheit.

Bei zahlreichen in den letzten Jahren angelegten Radwegen auf bzw. neben Gehwegen sind z.B. Mindestbreiten für Gehwege nicht eingehalten worden. Damit werden Konflikte zwischen Radfahrenden und zu Fuß-Gehenden vorprogrammiert. Dies Problem wird verschärft an Ge-schäftsstraßen mit Auslagen und Außengastronomie. Darüber hinaus entstehen gefährliche Situationen durch Radwege, die zu nah an Ausfahrten angelegt sind. Außerdem sind Radien zu eng gewählt, die eine durchschnittliche Radfahrgeschwindigkeit unmöglich machen oder im Falle überraschend veränderter Radien ohne Vorwarnung für Radfahrende gefährlich werden können. Radfahrende sind aber gezwungen, solche Radwege zu benutzen, da sie als Radwege gekennzeichnet und somit benutzungspflichtig sind.

Deshalb ist es dringend geboten Qualitätsstandards zu vereinbaren, bevor mit dem Radwe-gebau fortgefahren werden kann und die Benutzungspflicht auf gefährlichen Routen abzu-schaffen. In der Zwischenzeit ist es für Radfahrende sicherer auf der Straße fahren zu kön-nen, als gefährliche Gehwegradwege benutzen zu müssen.
Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski