Antrag zu NVP: Barrierefreier Haltestellenausbau
24. Feb 2010

An
Ratsherrn Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses

Sehr geehrter Herr Volkenrath,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 24. Februar 2010 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Das Kapitel 5.2 „Barrierefreier Haltestellenausbau“ des 3. Nahverkehrsplanes wird so geändert, dass bis zum Jahr 2020 alle Haltestellenkanten in Düsseldorf barrierefrei umgestaltet sind.

Sachdarstellung:
Laut Nahverkehrsplan genügen mittlerweile 1/4 der 1079 Bushaltekanten, 1/8 der 358 Straßenbahnhaltekanten und die Hälfte der 123 Stadtbahnhaltekanten (Hochbahnsteige) im Stadtgebiet den Anforderungen in Bezug auf ein barrierefreies Einstiegsniveau. Dies zeigt ein deutliches Missverhältnis zur vollständigen Ausstattung der Rheinbahn-Busflotte mit Niederflurfahrzeugen und einem Straßenbahnbestand, der zu 2/3 aus Niederflurfahrzeugen besteht.

Es ist dringend an der Zeit, dass die Haltestellen dem modernen Fuhrpark der Rheinbahn angepasst werden. Das geplante und teilweise umgesetzte Umbauprogramm umfasst bis zum Jahr 2014 134 Bushaltekanten, 28 (!) Straßenbahnhaltekanten und 32 Hochbahnsteige. Die Mittellage von 39 Straßenbahnhaltepunkten ohne direkte Haltestellenkante am Gleiskörper ist keine Begründung für die ungenügende Kantenhöhe zahlreicher Haltestellen, zumal eine Untersuchung zu Sicherheitsdefiziten von ÖPNV-Haltestellen gezeigt hat, dass einige Haltestellen auch zu einer so genannten Rauminsel mit direkter Haltestellenkante am Gleiskörper umgebaut werden können.

Das hohe Fahrgastaufkommen auf den Stadtbahnstrecken rechtfertigt in gewisser Weise den millionenschweren Aufwand beim Bau von Hochbahnsteigen, doch muss die Frage gestellt werden, ob mit einem zügigen Umbau von hundertfach günstigeren Bushaltekantenumbauten mehr für die Barrierefreiheit des Düsseldorfer ÖPNV getan wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski