Anfrage zu: Auswirkungen der autofreien Schadowstraße
29. Sep 2010

An
Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses

Sehr geehrter Herr Volkenrath,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 29. September 2010 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. In welchem Umfang wurde die Schadowstraße vor Einrichtung der U-Bahn-Baustellen von Fußgänger/-innen, Radfahrenden und Autofahrenden genutzt und von wann stammen diese Daten?

2. Auf welche Straßen hat sich der Autoverkehr seit baustellenbedingten Teilsperrung der Schadowstraße für den Autoverkehr auf welche bislang wie belastete Straßen verteilt und wie ist der absolute und relative Anstieg auf den jeweiligen Straßen (Kfz/16h)?

3. Welcher Anstieg der Anzahl der Passant/-inn/-en auf der Schadowstraße zwischen Berliner Allee und Jacobi-/Tonhallenstraße ist nach vergleichbaren Erfahrungen welcher Städte nach einer Einrichtung einer entsprechend gestalteten Fußgängerzone in dem Straßenabschnitt zu erwarten?

Sachdarstellung:
Seit dem 9. März dieses Jahres ist die Schadowstraße stadtauswärts für den Autoverkehr gesperrt und Düsseldorfs Autoverkehr ist nicht kollabiert. Dies lässt Fragen zu, ob die Informationsvorlage der Verwaltung zu der von der GRÜNEN-Ratsfraktion initiierten Prüfung einer Fußgängerzone Schadowstraße nicht zu pessimistisch war.

In der Vorlage für den Ordnungs- und Verkehrsausschuss (Vorlage Nr. 66/105/2007) am 12. September 2007 wurde eine Querschnittsverkehrsbelastung von 9.600 Kfz/16 h im Bereich Berliner Allee und Liesegangstraße (1. Abschnitt) sowie von 12.600 Kfz/16 h im Bereich Liesegang- und Jacobistraße (2. Abschnitt) angegeben.

Durch den Bau des Süd-Nord-Tunnel im 1. Bauabschnitt des Kö-Bogens würde sich der Kfz-Verkehr im 1. Abschnitt der Schadowstraße um 5.200 Kfz/16 h und im 2. Abschnitt um 3.000 Kfz/16 h reduzieren.

Eine Fußgängerzone von der Berliner Allee zur Jacobistraße würde weitere 7.000 Kfz/16 h überwiegend in die Goltsteinstraße verlagern. Eine kurze Fußgängerzone Schadowstraße von der Bleichstraße zur Liesegangstraße würden ca. 2.500 Kfz/16 h fast ausschließlich auf die Goltsteinstraße und die Kreuzstraße verlagern.

Der jetzige Praxistest mit den sehr geringen stadteinwärts fahrenden Kfz sollte die Verwaltung ermutigen, eine erneute Prüfung einer Fußgängerzone positiv zu begleiten. Das angekündigte Werkstattverfahren zur Neugestaltung der Schadowstraße soll im Oktober beginnen. Die übergroße Anzahl der Händlerinnen und Händler sowie die Besucherinnen und Besucher der Schadowstraße sind für eine Fußgängerzone Schadowstraße.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski         Dietmar Wolf         Stephan Soll

Antworten der Verwaltung