Ergänzungsantrag zu: Straßenbahn- und Stadtbahnnetz nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie
21. Mär 2012

An Ratsherrn
Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses

Sehr geehrter Herr Volkenrath,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Ergänzungsantrag zur Vorlage 66/ 31/2012 auf die Tagesordnung der Sitzung am 21.03.2012 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner Vorberatung gem. § 2 Abs. 1 in Verbindung mit § 12 Abs. 1 der Zuständigkeitsordnung eine vorlagengemäße Beschlussfassung mit folgenden Ergänzungen:

6. Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung für die Linien 706 und 715 alternative Linienwege unter Erhalt der Altstadtanbindung zu entwerfen (706: über Jan-Wellem-Platz/ Kö-Bogen – Heinrich-Heine-Allee – Graf-Adolf-Platz – Landtag/ Kniebrücke – Hamm S; 715: über Jan-Wellem-Platz/ Kö-Bogen – Heinrich-Heine-Allee – Graf-Adolf-Platz – Berliner-Allee usw.). Auf Basis dieser Alternativen soll gemeinsam mit der Rheinbahn eine Kund/innenbefragung durchgeführt werden. Den politischen Gremien soll dargestellt werden, welche Beschlüsse ggf. für die alternativen Linienwege nötig sind.

7. Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung Alternativen zur Streichung der 708 zu prüfen um neue Fahrgastpotenziale zu erschließen. Auf Basis dieser Alternativen soll gemeinsam mit der Rheinbahn eine Kund/innenbefragung durchgeführt werden.
Verlängerung der 708 ab der Heinrichstraße über die Trassen der 701 und 704 entlang des Bf Derendorf und des neuen FH-Campus zum Spichernplatz.
Führung der 708 ab dem Brehmplatz über eine neue Trasse auf der Graf-Recke-Straße.

Sachdarstellung:
Neben der grundsätzlichen Entscheidung für die Linienführung der U 71, die jetzt getroffen wird, sollen jetzt und in den nächsten Monaten weitere grundsätzliche Entscheidungen zur Entwicklung des Straßenbahn- und Stadtbahnnetzes getroffen werden. Für die gesamte Planung muss dabei weiterhin das ursprüngliche Versprechen gelten, dass mit der Wehrhahn-Linie keinerlei Verschlechterungen für die Nutzer/innen des ÖPNV verbunden sein werden. Demgegenüber enthält das Konzept der Beschlussvorlage 66/ 31/2012 einige Aspekte, die eindeutig eine Verschlechterung des ÖPNV Angebotes für Nutzer/innen bedeutet, oder je nach weiterer Konkretisierung des Konzeptes eine solche bedeuten könnte.

Die vorgeschlagene Verlagerung der 706 und 715 aus der Achse Jan-Wellem-Platz – Heinrich-Heine-Allee und Graf-Adolf-Platz auf die Berliner Allee würde eindeutig eine Verschlechterung der Angebotsqualität bedeuten und wurde als solche auch in den Bezirksvertretungen kritisiert. Die Vorteile der direkten Anbindung der Altstadt werden in der Beschlussvorlage 66/ 31/2012 auch klar beschrieben, allerdings nur im Kontext der U 71: „Durch die U71 wird zukünftig für die Stadtteile Düsseltal, Mörsenbroich, Rath eine neue Direktverbindung in die Altstadt geschaffen.“ Hier wird der Vorteil der geplanten U 71, die zur Heinrich-Heine-Allee fährt, gegenüber der 701, die den Jan-Wellem-Platz anfährt, sehr deutlich gemacht.

Die gleiche Schlussfolgerung muss auch für die 715 und die 706 gelten! Wie die zukünftige Anbindung konkret erfolgen könnte, wird in dem Zeitraum zwischen der Fertigstellung des Kö-Bogens I im Jahr 2012 und der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Line in 2015 konkret sichtbar. Solange werden die Straßenbahnen weiterhin entlang der Liebeskind-Gebäude und durch die Altstadt zum Graf-Adolf-Platz fahren. Auf Basis dieser Alternative sollten die Nutzer/innen befragt werden.

Der Wegfall der Direktverbindung Düsseltal – Hauptbahnhof durch die geplante Streichung der Linie 708 wäre ebenfalls eine eindeutige Verschlechterung. Dies hat die BV 02 auch deutlich kritisiert. Die in der Vorlage genannten alternativen Verbindungen mit Buslinie und S-Bahn bieten eindeutig nicht die gleiche Angebotsqualität (insb. mit Blick auf die Erschließung und die Zuverlässigkeit). Klar scheint andererseits auch, dass eine parallele Führung von 708 und U71 von Uhlandstraße bis Heinrichstraße durch das Fahrgastaufkommen nicht gerechtfertigt ist. Daher sollen als Alternativen zur Streichung der 708 geprüft werden. Zur Erschließung neuer Fahrgastpotenziale könnte sie ab über die Heinrichstraße hinaus auf dem Weg der 701 und 704 verlängert werden. So würde u.a. der Bahnhof Derendorf und der neue FH Campus zusätzlich an die 708 angebunden. Oder sie könnte ab dem Brehmplatz auf einer neu zu bauenden Trasse über die Graf-Recke-Straße geführt werden und dort weitere Anwohner/innen an den schienengebundenen ÖPNV anbinden.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski            Dietmar Wolf            Stephan Soll