Antrag mit SPD, FDP zu: ÖPNV-Qualität bei der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans ausbauen
11. Feb 2015

An
Ratsherrn Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs-und Verkehrsausschusses

Sehr geehrter Ratsherr Volkenrath,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 11. Februar 2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:
Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, folgende Themen und Fragestellungen bei der Erarbeitung des neuen Nahverkehrsplans zu behandeln:

Taktverdichtung
Insbesondere für die Abende und Wochenenden sowie den Nachtverkehr sollen verschiedene Möglichkeiten der Taktverdichtungen entwickelt werden. Nach interner Prüfung durch die Rheinbahn und die Verwaltung und nach einem Dialog bzw. einer Befragung von Nutzer*innen sollen die geeigneten Varianten inkl. Abschätzung der zusätzlichen Kosten und des Nutzens vorgestellt werden.

Multimodale Mobilität
In Kooperation mit den Anbietern von Carsharing (flexibel sowie stationsgebunden) und Bikesharing sowie mit dem Taxigewerbe sollen Möglichkeiten zur Stärkung der multimodalen Mobilität entwickelt werden. Im Fokus soll dabei weniger ein neues, separates Kombiangebot sein, sondern vielmehr die Erleichterung des Zugangs und der Abrechnung bei der Wahl unterschiedlicher Verkehrsmittel. Vor der Entscheidung für einen neuen Ansatz sollen ebenfalls die potenziellen Nutzer*innen befragt werden, also insbesondere die Kund*innen von Rheinbahn, Car- und Bikesharing.

Anbindung der Universität
Die Erreichbarkeit der Uni mit dem ÖPNV aus den südlichen Stadtteilen soll verbessert werden. Außerdem soll neben der Trassenverlängerung zur Mensa weiterhin auch eine Straßenbahnverlängerung vom Bahnhof Bilk über die Himmelgeister Straße verfolgt werden.

Regionale Schnellbusverbindungen
Mit den Kommunen in der Region, insbesondere der regionalen Arbeitsgruppe mit dem Kreis Mettmann und dem Rheinkreis Neuss, soll ein Ausbau der regionalen Schnellbusverbindungen vereinbart werden.

Park+Ride- bzw. Bike+Ride-Flächen
Ebenfalls in Abstimmung mit den Kommunen der Region sollen sowohl auf Düsseldorfer Stadtgebiet als auch in den angrenzenden Kommunen Möglichkeiten für neue Park+Ride sowie Bike+Ride Plätze gefunden werden.

Sachdarstellung:
Eine Stärkung des ÖPNV und insbesondere eine weitere Verbesserung der Angebotsqualität ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung und Stadtentwicklung. Mit dem Nahverkehrsplan wird ein dazu zentrales Instrument in den nächsten Monaten fortgeschrieben. Daher bringen die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und FDP nach dem formalen Aufstellungsbeschluss mit diesem Antrag inhaltliche Punkte in das Verfahren ein.

Eine am Bedarf bzw. an den Wünschen der Bürger*innen orientierte Taktverdichtung steigert die Attraktivität des ÖPNV maßgeblich. Dabei wurden häufig Verbesserungen in den Abendstunden, an den Wochenenden sowie im Nachtexpress gewünscht. Ergänzungen zu anderen Zeiten sollen – je nach Rückmeldung der Fahrgäste – explizit nicht ausgeschlossen werden. Diskutiert werden muss auch die Form der Taktverdichtung, z.B. über generelle oder linienweise Änderungen; über die Ausdehnung der Hauptverkehrszeit; über Verstärkerfahrten. Neben den zusätzlichen Kosten ist für die Entscheidung auch die Rückmeldung der Fahrgäste und der Bürger*innen insgesamt – also der erwartete Nutzen – notwendig.

Das multimodale Angebot der Rheinbahn wurde zum Ende 2014 eingestellt. Das separate und relativ teure Angebot von Car- und Bikesharing Freiminuten als Zusatz zum Rheinbahn- Abo war nicht erfolgreich. Auch im Rahmen des NVP muss daher überlegt werden, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche und kundenorientierte Verknüpfung der Verkehrsmittel erforderlich sind. Dabei geht es in erster Linie um einfache, einheitliche und sichere Zugänge und Abrechnungen.

Die Erreichbarkeit der Universität kann mit der Anbindung der Mensa deutlich verbessert werden. Gleichzeitig soll die Trasse vom Bahnhof Bilk über die Himmelgeister Straße weiterverfolgt werden. Ebenso sollen Verbesserungen der Erreichbarkeit aus den südlichen Stadtteilen analysiert und vorgeschlagen werden.

Die inzwischen etablierte Arbeitsgruppe Verkehr in der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Düsseldorf, Kreis Mettmann, Rhein Kreis Neuss hatte sich mit der Weiterentwicklung der Schnellbusverbindungen bereits beschäftigt. Diese Ansätze, zumindest die dabei als Pilotprojekte eingestuften Korridore Heiligenhaus (SB59) und Jüchen (SB87), sollten auch im NVP berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollten die weiteren Korridore, die im aktuell gültigen Verkehrsentwicklungsplan genannt sind, geprüft werden (Neuss-Süd, Dormagen, Neuss-Nord, Büderich – Kaarst, Erkrath Unterfeldhaus – Hochdahl-Süd – Haan, Mettmann Stübbenhaus – Kaldenberg – Metzkausen). Ebenfalls ein regionales Thema sind zusätzliche Park+Ride sowie Bike+Ride Flächen, da diese nicht immer die Verkehrssituation der Kommune entlasten, die dafür eine geeignete Fläche bereitstellen kann. Im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit sollten auch hier gemeinsame Lösungen gefunden werden.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Herz           Norbert Czerwinski           Manfred Neuenhaus


Antrag wurde beschlossen