Anfrage Ratsfrau Deilmann: Inklusion - Verfahren der Anmeldung und Qualität des gemeinsamen Unterrichts
24. Apr 2012

Herrn
Wolfgang Scheffler
Vorsitzender des Schulausschusses

Sehr geehrter Herr Scheffler,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 24.04.2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Nach welchen Regeln läuft das Anmeldeverfahren zum Schuljahr 2012/13 für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, deren Eltern eine Regelbeschulung wünschen?

2. Welchen Kriterien werden bei der Annahme oder Ablehnung zugrunde gelegt?

3. Welche Rolle spielen dabei konzeptuelle und damit auch organisatorische Überlegungen der Schulen zur Qualität des gemeinsamen Unterrichts (Schwerpunktbildung, Personalplanung bei der sonderpädagogischen Unterstützung)?

Sachdarstellung:
Mit Unterstützung des Schulträgers sind alle Schulen verpflichtet, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um das Recht auf gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung in den allgemeinen Schulen zu verwirklichen.

Ein transparentes Anmeldeverfahren, zumindest so transparent wie das Anmeldeverfahren für RegelschülerInnen, sollte für die Entscheidungsfreiheit und Gleichberechtigung der Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Standard sein.

Die erwünschte schnelle Umsetzung von mehr gemeinsamem Unterricht in der weiterführenden Schule im letzten Jahr, hat zu einem für die Eltern sehr unübersichtlichen Anmeldeverfahren geführt. Zum Beispiel wurden im Anmeldeanschreiben weder die Schulen benannt, die schon den gemeinsamen Unterricht anbieten, noch, nach welchen Kriterien die Annahme erfolgt. Ziel sollte es sein, ein geregeltes und für alle übersichtliches Anmeldeverfahren zu etablieren.

Eine große Rolle spielt bei dem Gelingen und der Akzeptanz des gemeinsamen Unterrichts die Qualität, in der er für alle SchülerInnen angeboten wird. Die Gewährleistung der Qualität des Angebots obliegt den Schulen. Deren konzeptuelle Überlegungen, die eng mit den organisatorischen Rahmenbedingungen verknüpft sind, sollten unter anderem als Grundlage zur Verteilung der SchülerInnen dienen, unbenommen davon, dass alle Regelschulformen sich der Aufgabe der Inklusion stellen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Clara Deilmann

Antworten der Verwaltung