Anfrage zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 7. Dezember 2009
25. Nov 2009

hier: Missachtung von Elternwillen durch Verkleinerung von Gesamtschulen

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 7. 12. 2009 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welchen Stellenwert misst die Verwaltung der freien Schulwahl in der Sek I nach dem Elternwillen zu?

2. Für wie wichtig hält es die Verwaltung, dass Schülerinnen und Schüler in Düsseldorf gemäß ihrer Entwicklung auf direktem Weg alle Bildungsabschlüsse erwerben können?

3. Wie beurteilt die Verwaltung innovative Konzepte der Schulentwicklung in anderen Städten, wie z.B. das Aachener Modell?

Sachdarstellung:

Wie überall in NRW sind auch in Düsseldorf die Anmeldezahlen der Hauptschulen dramatisch zurückgegangen. Im Schulauschuss wurde von der Hälfte der Hauptschulen gesprochen, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Die Bezirksregierung hält perspektivisch eine Schließung von vier Hauptschulen für geboten.Immer mehr Eltern entscheiden sich für die Gesamtschule, deren Anmeldezahlen schon zum jetzigen Zeitpunkt die Einrichtung einer zusätzlichen Gesamtschule erforderlich machen würde.Im Schulausschuss überraschten CDU und FDP mit Ihrem Vorstoß die Zügigkeit der Heinrich-Heine und der Dieter-Forte-Gesamtschule auf vier zu beschränken, ohne jedoch Perspektiven zur Erfüllung des Elternwillens aufzuzeigen.Eine solche Vorgehensweise ignoriert den Elternwillen und die landesweite Entwicklung, die auch vor Düsseldorf nicht halt macht. Nachdem auch die „Qualitätsoffensive Hauptschule“ nicht zu einem Anstieg der Anmeldezahlen an Hauptschulen geführt hat, sollen nun offensichtlich die Eltern durch eine Verknappung von Gesamtschulplätzen gezwungen werden, die Hauptschule zu wählen.Eine zukunftsfähige Gestaltung unserer Schullandschaft in Düsseldorf kann aber nicht gelingen, wenn man vor aktuellen Entwicklungen die Augen verschließt. Nur eine offene Diskussion über Möglichkeiten alle Bildungsabschlüsse gemäß der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler auf einem direkten Weg anzubieten, wird den Beteiligten gerecht und eröffnet auch den Hauptschulen neue Perspektiven.In anderen Städten in NRW wird auch unter Beteiligung der CDU dieser Weg beschritten und über innovative Lösungen wie z.B. den Schulverbund Aachen Ost eine Weiterentwicklung der Qualität von Bildung angestrebt.Mit freundlichen GrüßenClara Deilmann