Behinderte und nicht behinderte SchülerInnen sollen gemeinsam unterrichtet werden!
29. Mai 2009

In einer Anfrage im Schulausschuss am 9. Juni wollen wir Einzelheiten darüber wissen, wie der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden könnte: Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 9.6. 2009

hier:      Gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern ausbauen!

 

Sehr geehrter Herr Scheffler,


nach der  UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die auch von der Bundesrepublik ratifiziert wurde, haben Kinder mit Behinderungen ein Recht auf gemeinsamen Unterricht. In NRW haben aber gerade einmal 10 % dieser Kinder gemeinsamen Unterricht in der Regelschule, die meisten besuchen Förderschulen. Auch in Düsseldorf gibt es ein Defizit an Plätzen für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Hierzu bittet die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 9.6.2009 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

 

  1. Welche Hindernisse stehen aus Sicht der Verwaltung einer Ausweitung des  gemeinsamen Unterrichts für Kinder und Jugendliche - besonders in der Sek. I - in Düsseldorf entgegen (bitte differenzieren nach den Förderschwerpunkten und nach der Zuständigkeit von Stadt und Land)?
  2. Durch welche Schritte könnte aus Sicht der Verwaltung das Thema gemeinsamer Unterricht stärker beworben und mehr Düsseldorfer Schulen vom gemeinsamen Unterricht überzeugt werden?
  3. Mit welchen konkreten Unterstützungsleistungen der Schulverwaltung und des Landes NRW können die Düsseldorfer Schulen rechnen, wenn sie sich für gemeinsamen Unterricht entscheiden und wie wird gewährleistet, dass diese Unterstützungsleistungen auch tatsächlich zur Verfügung stehen?

 

Sachdarstellung:

Es gibt heute viele Belege dafür, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen können. Vielen der besonderen Förderbedarfe kann die Regelschule gerecht werden, wenn die erforderlichen Voraussetzungen (baulich, sächlich, personell) dafür geschaffen werden.

Kindern fällt es leicht, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen umzugehen, wenn wir ihnen dazu die Möglichkeit eröffnen. Und sie lernen voneinander.  Die Haltung, Kinder mit Behinderungen in einem Art „Schonraum“ besonders gut individuell fördern zu können, ist überholt. Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf wirkt sich hinsichtlich der Leistungsentwicklung positiv aus.  Gerade im Förderschulbereich Lernen sowie Emotionale und Soziale Entwicklung ist es kontraproduktiv, wenn sich alle Schülerinnen und Schüler auf einem gleichen, mehr oder minder niedrigen Niveau befinden und ein für eine kognitive und sozial positive Entwicklung notwendiges anregendes Lernmilieu fehlt.  Außerdem fühlen sich die Kinder ausgesondert und stigmatisiert.

Nicht alle Wünsche von Eltern zum gemeinsamen Unterricht können an jeder Schule verwirklicht werden. Dass aber in Düsseldorf ca. ein Drittel der Wünsche auf gemeinsamen Unterricht nicht berücksichtigt werden können, ist unakzeptabel.

Über die Aufnahme eines behinderten Kindes/Jugendlichen in eine Regelschule bestimmt auf Grundlage der Entscheidung der Schulaufsicht über den sonderpädagogischen Förderbedarf und den geeigneten Förderort letztendlich die Leitung der in frage kommenden Schule.

Deshalb muss bei den Schulen verstärkt dafür geworben und sie müssen konkret darin unterstützt werden, mehr behinderte Kinder zu integrieren.
Mit freundlichen Grüßen

Clara Deilmann