Anfrage zu: Ausschreibung der Mittagsverpflegung in Grundschulen
13. Apr 2010

Herrn
Wolfgang Scheffler
Vorsitzender des Schulausschusses

Sehr geehrter Herr Scheffler,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 13. April 2010 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wieso verzichtet die Verwaltung bei der Ausschreibung der Mittagsverpflegung in den Offenen Ganztagsgrundschulen auf spezifische Anforderungen hinsichtlich gesunder und kindgerechter Ernährung wie sie z.  B. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) festgelegt hat?

2. Wie will die Verwaltung an den von der Ausschreibung betroffenen Grundschulen gewährleisten, dass die Schülerinnen und Schüler ein gesundes und kindgerechtes Mittagessen erhalten?

3. Wie stellt die Verwaltung sicher, dass auch weitere Kriterien wie z.B. ethnische und religiöse Aspekte, Möglichkeit der Teilnahme von Kindern mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien berücksichtigt werden können?

Sachdarstellung:
Im Düsseldorfer Amtsblatt Nr. 12 vom 20. März 2010 ist die Ausschreibung für die Vergabe der Mittagsverpflegung in den Offenen Ganztagesgrundschulen 2010/2011 veröffentlicht. Dabei sollen insgesamt 234.232 Mittagessen in 10 Losen für verschiedene Schulen vergeben werden.

Erfahrungen mit Catering-Firmen in Düsseldorf haben gezeigt, dass das Angebot von gesunden, ausgewogenen und kindgerechten Mahlzeiten nur schwierig zu erfüllen ist.

Als Kriterien, die die Zusammenstellung der Mittagessen betreffen, sind aber nur folgende Anforderungen zu finden:

- Möglichst Erfahrung im Bereich der Verpflegung von Kindern und Jugendlichen
- In den Speiseplänen ist eine höchstmögliche Vielfalt an Hauptspeisen anzustreben.

Erfahrung in der Verpflegung von Kindern und Jugendlichen haben auch bekannte Fast-Food-Ketten, zum Teil mit großem Erfolg. Diese Kriterien genügen daher nicht, um gesunde, ausgewogene und kindgerechte Mahlzeiten zu garantieren. Auch das Erfordernis, Kindern mit anderem ethischen oder religiösen Hintergrund oder mit besonderer Sensibilität (Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten) die Teilnahme an der Mittagsverpflegung zu ermöglichen, wird nicht berücksichtigt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Qualitätsstandards für gesunde und kindgerechte Verpflegung erstellt. Diese Standards sind in Checklisten veröffentlicht und sollten Verwendung finden, um den besonderen Anforderungen einer Mittagsverpflegung in Grundschulen gerecht zu werden. Nahrungsmittel aus regionalem und biologischem Anbau sind zudem aus unserer Sicht zu bevorzugen.

Mit freundlichen Grüßen

Clara Deilmann