Änderungsantrag zum Bebauungsplan-Entwurf: Am Heerdter Krankenhaus
20. Jun 2013

An
Ratsfrau
Iris Bellstedt
Vorsitzende des Ausschusses für Umweltschutz

Sehr geehrte Frau Bellstedt,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 20.06.2013 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Umweltschutz stimmt dem Bebauungsplan-Entwurf Nr. 5077/056 - Am Heerdter Krankenhaus - im Rahmen seiner Mitwirkung gem. § 18 Abs. 4 der Zuständigkeitsordnung mit folgenden Ergänzungen zu und empfiehlt dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung eine dementsprechende Beschlussfassung:

Die Verwaltung wird beauftragt,

- die Planung nördlich des geplanten Hochhauses (unter Einbeziehung der Planung zu B 7 Brüsseler Straße) so zu überarbeiten, dass ein Teil des vorhandenen Baumbestandes erhalten werden kann.
- die Planung der nördlichen Tiefgarage und der Wegeverbindungen so zu optimieren, dass die besonders schützenswerte Esskastanie erhalten werden kann.
- die Planung der Tiefgaragenzufahrten und der Zufahrten für Rettungsfahrzeuge (insbesondere im südlichen Plangebiet) zu optimieren sowie die oberirdischen Stellplätze neu zu ordnen, um weiteren prägenden Baumbestand erhalten zu können.
- die gestalterische Festsetzung von Fassadenbegrünung für das Parkhaus sowie für geeignete Teile der Wohnbebauung zu prüfen um den Begrünungsanteil zu erhöhen und das Mikroklima zu verbessern.
- die Festsetzung versickerungsfähigen Oberflächen bei Stellplätzen, Rad- und Gehwegen zu prüfen um den Versieglungsgrad, der insbesondere durch die zwei neuen Planstraßen und die umfangreichen Tiefgaragenanlagen steigt, zu reduzieren.

Sachdarstellung:
Laut Vorlage müssen 152 von 207 satzungsgeschützten Bäumen im Zuge der Neubebauung sowie für die Baustelleneinrichtung und die angrenzende Planung der B 7 gefällt werden. Lediglich 83 Bäume können auf dem Gelände nachgepflanzt werden – eine Negativbilanz von 69 Bäumen. Zweifellos kann bei der Umnutzung und Neubebauung des Geländes nicht der gesamte Bestand erhalten werden. Aber an verschiedenen Stellen wären deutliche Verbesserungen durch relativ kleine Umplanungen und Optimierungen möglich.

Gerade am nord-östlich geplanten Hochhaus wäre der Erhalt vorhandener Bäume sinnvoll, unter anderem zum Schutz vor den zu erwartenden Fallwinden. Ebenfalls im nördlichen Plangebiet wäre der Erhalt der besonders schützenswerten Esskastanie machbar. Sie liegt nur am Rand der vorgesehenen Baustellenstraße sowie der späteren Zufahrten für Rettungsfahrzeuge und der Tiefgarage.

Insgesamt fallen auf dem Gebiet mit die meisten Bäume für die Umplanung oder den Neubau von Straßen und Stellplätzen. Da sowohl im Parkhaus als auch in den Tiefgaragen zahlreiche PKW-Stellplätze entstehen, sollte an verschiedenen Stellen auf weitere Parkplätze zugunsten des Baumerhalts verzichtet werden, beispielsweise an der nord-westlichen Ecke des Gebietes. Auch eine Verlegung der Tiefgaragenzufahrt im Süd-Westen, beispielsweise von der Kribbenstraße auf die Planstraße A würde vorhandene Bäume schützen und außerdem versiegelte Fläche reduzieren.

Detaillierte Hinweise, wo konkret welche Bäume erhalten werden könnten, sind anhand der vorbereitenden Gutachten darzustellen.

Zur Verbesserung des Mikroklimas ist neben der vorgesehenen Dach- auch die Fassadenbegrünung sinnvoll – insbesondere an der Fassade des Parkhauses zum Quartiersplatz. Zur Abmilderung des deutlich ansteigenden Versiegelungsgerades sollte festgesetzt werden, dass ein möglichst großer Teil der neu entstehenden Verkehrsflächen eine wasserdurchlässige Oberfläche aufweist. Hierfür sind insbesondere die Stellplätze sowie die Geh- und Radwege im Gebiet geeignet.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Gormanns        Martin Lemke