Antrag zu: Stadt Düsseldorf auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Arbeitgeberin
13. Mär 2013

An Ratsherrn
Martin Volkenrath
Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses

Sehr geehrter Herr Volkenrath,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 13. März 2013 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss unterstützt die Bemühungen der Verwaltung, die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Düsseldorf als Arbeitgeberin zu verbessern. Zur Weiterentwicklung, Ergänzung und Evaluation der Maßnahmen beauftragt der Ausschuss die Verwaltung, ein Konzept für die betriebliche Fahrradförderung der Stadt als Arbeitgeberin mit folgenden Bausteinen und Zielen zu entwickeln.

Infrastruktur: Abstellanlagen
Für alle radfahrenden Mitarbeiter/innen (vorläufig geschätzt anhand des stadtweiten Modal-Split Anteils von 12 %) stehen Fahrradstellplätze zur Verfügung. Sie sind sicher, überdacht, beleuchtet, ebenerdig oder über eine Rampe zugänglich und gegenüber der Öffentlichkeit abgeschlossen. Lademöglichkeiten für Elektrofahrräder sind vorhanden.

Infrastruktur: Umkleiden und Garderoben
An möglichst allen Dienststellen sind Umkleideräume, Duschen/Waschräume, und Spinde für Kleidung, Gepäck und Fahrradzubehör vorhanden.

Service
An allen Dienststellen sind Möglichkeiten zur Fahrradreparatur vorhanden (fest montierte Kompressoren/Luftpumpen, Werkzeug und wichtige Ersatzteile an zentraler Stelle). Soweit möglich wird ein Rahmenvertrag mit der Radstation oder einer anderen Fahrrad-Werkstatt für Reparaturen und Wartungen geschlossen. Das Angebot an Diensträdern und Elektrodiensträder wird ausgebaut.

Bewerbung und Information
Alle (neuen) Mitarbeiter/innen werden auf eine Fahrrad-Broschüre und auf Möglichkeiten zur individuellen Streckenplanung hingewiesen. Über das Intranet und andere interne Veröffentlichungen werden die Angebote beworben. Mit weiteren Aktionen wie beispielsweise der Teilnahme an der Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“ oder Belohnungsaktionen werden Mitarbeiter/innen und insbesondere Vorgesetzte als Vorbilder motiviert.

Steuerung und Evaluation
Als grundlegendes Leitziel wird eine Erhöhung des Radverkehrsanteils bei den Mitarbeiter/innen der Stadt auf zunächst 15, später 20% vereinbart und jährlich evaluiert. Dazu gibt es feste Ansprechpartner/innen, die auch einen regelmäßigen Austausch innerhalb der Verwaltung organisieren.

Das Konzept soll dem Ausschuss in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden. Erste Maßnahmen sollen möglichst noch in der bald startenden Radfahrsaison 2013 greifen.

Sachdarstellung
Erste Ansätze zur Radverkehrsförderung durch die Stadt Düsseldorf in ihrer Funktion als Arbeitgeberin für tausende Mitarbeiter/innen sind zu erkennen. So wurden 20 Elektrofahrräder als Diensträder angeschafft, in internen Umfragen soll die Ist-Situation abgefragt werden und der Verkehrsdezernent ermuntert die städtischen Mitarbeiter/innen pressewirksam, mehr Rad zu fahren.

Wie bei der Radverkehrsförderung insgesamt benötigt die betriebliche Radverkehrsförderung jedoch ein schlüssiges Konzept. Die aufgeführten Bausteine umfassen sowohl „weiche“ Bausteine wie die verwaltungsinterne Motivation und Beratung, als auch „harte“ Infrastrukturmaßnahmen. Insbesondere letztere müssen nicht sofort und an jedem Standort umgesetzt werden.

Aber der Bestand und die Ziele müssen erfasst werden und in ein umfassendes Konzept eingearbeitet werden. Die Kriterien des ADFC Bundesverband bieten dazu eine gute Orientierung und sind Leitlinien der oben genannten Bausteine (www.adfc.de/radzurarbeit).

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski        Dietmar Wolf     Stephan Soll