BV 2 Änderungsantrag mit SPD, LINKE, CDU, FDP: Prüfergebnisse aus der Beschlussfassung zum Straßenbahn- und Stadtbahnnetz nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie
09. Sep 2014

An den Vorsteher der
Bezirksvertretung 2
Herrn Dr. Uwe Wagner

Sehr geehrte Herr Dr. Wagner,

die Bezirksvertretung 2 bittet den Ordnungs- und Verkehrsausschuss (OVA), die Ergebnisse der Prüfaufträge in dieser Form nicht zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und stattdessen die Verwaltung und die Rheinbahn zu beauftragen,

1. die Linie 708 mit Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie nicht einzustellen, sondern weiterhin zwischen Heinrichstraße und Hauptbahnhof und südlicher Innenstadt einzusetzen. Als Endpunkt und Wendemöglichkeit sollen die Schleife am Graf-Adolf-Platz oder am Polizeipräsidium genutzt werden.

2. die Grundlagen für eine Verlängerung der Linie 708 ab der Heinrichstraße über Münsterstraße und Rather Straße zu erarbeiten und den Bezirksvertretungen sowie dem OVA vorzulegen.
 
Sachdarstellung
Die Verbindung des Hauptbahnhofs und der Innenstadt Süd-Ost mit Flingern, Düsseltal und Mörsenbroich durch die Linie 708 soll nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie entfallen.

Schon im Nahverkehrsplan 2002 war ein Erschließungsdefizit im Bereich Derendorf Nord und Düsseltal festgestellt worden. Damals wurde daher eine zusätzliche Buslinie vom Spichernplatz über den Schlachthof, die Münsterstraße und das Mörsenbroicher Ei vorgeschlagen. Auch eine Verlängerung der Linie 708 über die Münsterstraße zum Spichernplatz stand damals bereits im Raum – auch ohne den Plan zum Bau des neuen FH-Campus.

Der vom Rat vor zwei Jahren beschlossene Prüfungsauftrag ist mit dem vorliegenden Bericht nur unzulänglich bearbeitet. Anstelle der zwei konkret diskutierten Varianten zur Beibehaltung der 708 wurden andere, deutlich ungünstigere, Wege geprüft – mit wenig überraschenden Ergebnissen. Letztendlich wird der entscheidende Punkt aber erst im Fazit des Berichts auf S. 10 genannt: die bestehende Deckelung des Defizitsausgleich, die Mehrleistungen gegenüber der Variante ohne 708 praktisch unmöglich macht.

Die Prüfungen für alternative Busverbindungen zum Hauptbahnhof können nicht überzeugen. Zunächst grundsätzlich nicht, da alle Studien und Erfahrungen zeigen, dass Busse gegenüber dem schienengebundenen ÖPNV von den Fahrgästen nicht als gleichwertig betrachtet werden. Außerdem im konkreten Fall nicht, da ein Bus, der morgens für fünf Stunden im 20 Minuten-Takt und abends für vier Stunden im 20 bzw. 30 Minuten-Takt fährt und dabei noch unterschiedliche Liniennummern hat, kaum als sinnvolles Angebot zu bezeichnen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Schwenk