Wieder Mehrkosten bei der Wehrhahnlinie - GRÜNE: Wo ist die Risikovorsorge?
12. Sep 2012

„Keine Überraschung“ sind für Norbert Czerwinski, Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion, die laut einem Bericht im Express offensichtlich zu erwartenden erneuten Mehrkosten mehr als 30 Millionen Euro beim Bau der Wehrhahnlinie.

„Wir haben von Anfang an vor den finanziellen Risiken dieses Riesenprojektes gewarnt und eine Risikovorsorge gefordert. Stadtspitze, CDU, FDP und SPD sind mit dem Prinzip ‚Augen zu und durch’ endgültig gescheitert.“

Erst vergangenes Jahr wurden die Kosten von 650 auf 748 Millionen Euro korrigiert, jetzt sollen weitere 30 Millionen dazukommen. Der städtische Eigenanteil hätte sich damit von den in 2006 ursprünglich geplanten 83,7 Millionen Euro auf etwa 270 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

„Die Finanzierung dieses Projektes war und bleibt ein Fehler. CDU, FDP und SPD wollten die U-Bahn, koste es was es wolle. Dafür haben sie in Kauf genommen, dass die Zuwendungen von Bund und Land gedeckelt wurden und die Stadt alle Mehrkosten tragen muss. Jetzt bekommen wir – erneut – die Quittung.“

Aus Sicht der GRÜNEN ist es unverständlich, dass die Stadt dafür keine Risikovorsorge gebildet hat. Czerwinski kündigte an, dass seine Fraktion unter anderem dies im Rat in der nächsten Woche zum Thema Wehrhahnlinie in einer aktuellen Anfrage nachfragen werde.

„Jedes Großprojekt wird teurer als geplant. Es wäre richtig gewesen, von Beginn an entsprechend zu kalkulieren. Aber spätestens jetzt muss die Stadt eine ehrliche Rechnung vorlegen und für weitere Kostensprünge vorsorgen. Immerhin sind es noch drei Jahre, bis die Wehrhahnlinie fertig sein soll“, so Czerwinski abschließend.