GRÜNE fordern Sondersitzung zu Düsseldorfs Umgang mit Raubkunst der Nationalsozialisten
06. Nov 2013

Verwundert sind die Ratsgrünen nicht über die neuen Enthüllungen im Zusammenhang um den Fall des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt, dessen Vater Hildebrand Gurlitt als Leiter des Kunstvereins als Kunstsammler immerhin von 1949 bis 1956 in Düsseldorf wirkte.

Der Express veröffentliche heute (06.11.13) eine Übersicht der in Düsseldorfs Museen und Sammlungen verbliebener ‚Nazi-Raubkunst’, die auf Klärung warten – die Rückgabeforderung der Hinterbliebenen soll einen Gesamtwert von mehr als 25 Millionen Euro haben.

Marit von Ahlefeld, stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses zieht eine Zwischenbilanz: „Uns war schon immer klar, dass in Düsseldorfer Museen und Archiven noch weitere Kunstwerke in unklaren Besitzverhältnissen lagern, die darauf warten, an die rechtmäßigen Eigentümer/Erben restituiert zu werden. Wir forderten daher schon immer, eine Fachkommission anzurufen statt ausgedehnte juristische Schriftverkehre zu produzieren. Wir sind verärgert über den mehr als ungeschickten Umgang der Stadt Düsseldorf mit dem moralisch und historisch hoch brisanten Thema der Raubkunst und Restitution (Rückgabe von geraubten Kunstwerken). Und das seit Jahren: Aussitzen, vertagen, verschweigen, nicht hinsehen.“

Die GRÜNE Ratsfraktion fordert, dass nun nach dem jahrelangen kritischen Verhalten der Stadt endlich ein gebotenes sowie gesichertes Verfahren der Restitution aller in Düsseldorf verbliebenen Kunstwerke installiert wird.

Hierbei kann die von der Bundesregierung eigens eingerichtete und unabhängige Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste ‚Lost Art’ eine wichtige Rolle spielen. Bei zwei Kunstwerken aus dem Museum Kunstpalast hat der Rat im Juli dies schlussendlich auch empfohlen.

Ahlefeld: „Mit den aktuellen Enthüllungen ist die Zeit des Wegsehens endgültig vorbei. Wir haben heute eine Sondersitzung des Kulturausschusses zum Sachstand und zum weiteren Vorgehen gefordert – die spätestens am Tage der bevorstehenden Etat-Sitzung am 21. November 2013 erfolgen sollte. Hierzu sollten unserer Ansicht nach auch Fachleute wie beispielsweise die MitarbeiterInnen der Provenienzforschung im Museum Kunstpalast hinzugezogen werden.“

 

Weblinks // Quellen (06.11.13)

Medienberichte
www.express.de/duesseldorf/erben-wollen-gemaelde-zurueck-duesseldorf-und-die-nazi-raubkunst,2858,24914402.html
www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/kultur/kunstfund-gurlitt-war-taeter-und-opfer-zugleich-1.1470748
www.art-magazin.de/szene/42639/ns_raubkunst_duesseldorf

Lost Art, Magdeburg
www.lostart.de/Content/03_Koordinierungsstelle/DE/Aufgaben.html

Provenienzforschung, MKP Düsseldorf
www.smkp.de/sammlungen/forschung-dokumentation/provenienz.html

GRÜNE Forderungen zum Thema
gruenlink.de/nkx
gruenlink.de/nky

Newsletter zur Ratssitzung Juli 2013
www.gruene-duesseldorf.de/fileadmin/gruene-duesseldorf.de/Newsletter/2013-07-NL/stadt.rat.gruen_NL-2013-07.html