Anfrage zu: Winterdienst
20. Jun 2011

An
Ratsherrn
Rüdiger Gutt
Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen    

Sehr geehrter Herr Gutt,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 20.06.2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wann wird das angekündigte Konzept für einen verbesserten Winterdienst vorgestellt?

2. Wie viel Salz wurde in den vergangenen Jahren beim Winterdienst eingesetzt und wie sind die Wirkungen auf Pflanzen, Gebäude und Grundwasser zu bewerten?

3. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung, um negative Auswirkungen durch den Einsatz von Salz in Zukunft zu vermeiden, wie es zum Beispiel in München der Fall ist (Salzeinsatz nur auf Hauptstraßennetz und Straßen mit Buslinien)?

Sachdarstellung:
Die vergangenen beiden Winter waren im Vergleich zu früheren Jahren schneereich. Vor allem im letzten Winter kam es zu einer länger anhaltenden geschlossenen Schneedecke und in der Folge trotz Salzeinsatz zu teilweise chaotischen Verkehrsverhältnissen. Die Prognosen für die Zukunft sagen zwar mildere, aber auch feuchtere Winter voraus, sodass zu erwarten ist, dass es auch in Zukunft zu starken Schneefällen kommen kann.

An Straßen mit Bäumen sollte Salz aus ökologischen Gründen gänzlich vermieden werden. An Hauptverkehrsstraßen sollte intensiv mechanisch geräumt werden. Außerdem können abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt, Granulat oder in ganz besonderen Situationen Kies eingesetzt werden.

An untergeordneten Straßen empfehlen viele Kommunen den „weißen Winterdienst“, d.h. Straßen werden gar nicht geräumt oder gestreut. Nur an gefährlichen Straßenabschnitten wie starken Steigungen oder verkehrsreichen Kreuzungen empfiehlt das Umweltbundesamt den Einsatz von Salz, das – um Wehverluste zu vermeiden – direkt vor dem Streuvorgang befeuchtet wird. Gegenüber trockenem Salzgranulat lässt sich die Salzmenge so um 40% verringern.

Länder wie Finnland, die Slowakei und Österreich kommen auf bestimmten Strecken nahezu ohne Salz im Winter aus. Sie setzen auf Winterreifen und angepasste Fahrweise; nur an steilen oder unübersichtlichen Stellen wird Salz gestreut. Übersehen wird häufig, dass Salz oft eine dünne Schmierschicht oder einen Eisfilm auf den Straßen ausbildet. Damit steigt die Unfallgefahr. Außerdem kann Streusalz den Bremsweg deutlich erhöhen, wenn es sich auf Bremsbelägen ablagert.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Landau    Günter Karen-Jungen     Wolfgang Scheffler