Antrag mit SPD zum Grünzug: Mühlenbroicher Weg bleibt öffentliche Grünfläche
12. Apr 2010

An
Ratsherrn Rüdiger Gutt
Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen

Sehr geehrter Herr Gutt,

die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 12. April 2010 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen bittet die Verwaltung die Grünfläche Mühlenbroicher Weg nicht zu verpachten und sie dauerhaft als öffentliche Grünfläche/Spielfläche zu erhalten.

Sachdarstellung:
Der Anregungs- und Beschwerdeausschuss befand am 11. März 2010 mit knapper Mehrheit, dass fast die gesamte Fläche des westlichen Grünzugteils an sieben nördliche Anlieger verpachtet werden solle, wenn alle sieben Anlieger anpachten.

Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen muss in diesem Falle das Interesse der Öffentlichkeit für funktionsfähige öffentliche Grünflächen vertreten. Das durchaus nachvollziehbare Interesse an der Erweiterung des Gartens für ein Gartenhäuschen darf aber in der Güterabwägung nicht dazu führen, dass etwa 30 Kinder in der Nach¬barschaft eine attraktive Spielfläche verlieren.

Eine Verpachtung der Fläche würde weitere private Ansprüche auf die öffentliche Fläche provozieren und am Ende verbliebe den Kindern nur ein kleiner Spielplatz. Ein derartiges Vorgehen der Stadt Düsseldorf ist einer familienfreundlichen Stadt unwürdig: Private Gärten, über die nur ein Teil der Elternhaushalte verfügt, sind kein Ersatz für die Grünfläche, auf der die Kinder spontan und gefahrlos altersübergreifend spielen und toben können. Dort können sie sehr wohnortnah ihren Bewegungs¬bedürfnissen nachkommen, dies ist für ihre geistige, soziale und motorische Entwicklung förderlich ist. Mit wohnortnahen Spielflächen wird für viele Kinder verhindert, dass ihnen später in Förderprogrammen Bewegung beigebracht werden muss.

Darüber hinaus besteht bei der Verpachtung von Einzelflächen die Gefahr, dass bei späteren Eigentumswechseln die jeweiligen Pachtverträge nicht übernommen werden. Dies führt zu einer nicht gewollten Zergliederung mit entsprechend höherem Unterhaltungsaufwand der Grünfläche.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Scheffler    Frank Spielmann