Antrag mit SPD, FDP zu: Studie zur Wirksamkeit von Sportfördermaßnahmen
18. Nov 2015

An
den Vorsitzenden des Sportausschusses
Herr Burkhard Albes

Sehr geehrter Herr Albes,

in Konkretisierung des Haushaltsantrages vom 11.11.2014 (Studie zur Wirksamkeit von Sportfördermaßnahmen) bitten Sie die Fraktionen des  Ampelbündnisses, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Sportausschusses am 18.11.2015 zu nehmen:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Rahmenkonzept im Sinne des o. g. Haushaltsantrages erstellen zu lassen. Ziel des Rahmenkonzeptes soll sein, Voraussetzungen für eine spätere Umsetzungsstrategie zu schaffen. Mit dieser Strategie soll erreicht werden, dass die städtischen Fördermaßnahmen bzw. -mittel im Sportbereich unter anderem geschlechtergerecht verteilt werden. Das Rahmenkonzept soll federführend vom Sportamt unter Beteiligung eines externen Dienstleisters und in Abstimmung mit dem Büro zur Gleichstellung erarbeitet werden.

Folgende Punkte sollen berücksichtigt werden:
• Verfahrensvorschläge zur Bestandsaufnahme und späteren Evaluierung
• Konkretisierung des Ziels, z.B. durch Festlegung von praxisorientierten Kenngrößen
• Auswahl von Praxisbeispielen aus verschiedenen Sportbereichen, um Erfahrungen für die spätere Strategie zu gewinnen und dessen Zeit- und Kostenrahmen zu ermitteln.

Sachdarstellung
Der Begriff der "wirkungsorientierten Verwaltungssteuerung" wird im Umgang von Politik und Verwaltung in der städtischen Haushaltsführung immer wichtiger.

Das bedeutet, dass im Wandel von der aufgabenorientierten Vorgehensweise hin zu einer prozessorientierten Perspektive Fragen des Mitteleinsatzes (welche Mittel wofür?) und Fragen bezüglich der Ergebnis- und Wirkungsorientierung (welche Wirkungen sind intendiert? Welchen Nutzen soll der Mitteleinsatz für Bürgerinnen und Bürger entfalten? Welche Prioritäten sind gesetzt?) immer mehr in den Vordergrund rücken.

Ein wichtiger Aspekt wirkungsorientierter Betrachtung ist u. a. die Frage, wie die finanziellen Ressourcen sich auf die Geschlechter verteilen. Die Forderung nach einer Gleichstellung ist dabei mittlerweile auf allen politischen Ebenen verankert und findet in allen sportlichen Verbänden wie z.B. im Landessportbund NRW ausdrücklich Unterstützung.

Aber auch die Fragestellungen wer (Alter, Migrationshintergrund, Sozialraum) welchen Sport wo (Sportstätten) betreibt, wie die Vereine organisiert sind, welche Strukturen in der Stadt gegeben sind oder welche Projekte bereits betrieben werden, sind hierbei von Interesse.

Auch die Vereine stehen dieser Entwicklung positiv gegenüber. So kam die Studie
"Sportentwicklungsbericht 2009/2010" vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bei der Befragung von Sportvereinen in Nordrhein-Westfalen zu dem Ergebnis:

"So ist es ihnen [den Vereinen] unter einer Vielzahl an Vereinszielen besonders wichtig, Werte wie z. B. Fair Play und Toleranz zu vermitteln, eine preiswerte Möglichkeit des Sporttreibens zu bieten und sich für eine gleichberechtigte Partizipation von Mädchen / Frauen und Jungen / Männern zu engagieren. Weiterhin legen die Sportvereine viel Wert auf Gemeinschaft sowie Geselligkeit und möchten Menschen mit Migrationshintergrund Sporttreiben ermöglichen."

Die Prüfung einer möglichen Förderung mit Mitteln des Landes, Bundes oder der EU ist ausdrücklich gewünscht.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Bednarski                 Jörk Cardeneo                  Monika Lehmhaus