Anfrage zum Prinzip Gender Mainstreaming im Sportstättenbau
29. Aug 2008

Im Sportausschuss am 10. September 2008 wollen wir nähere Informationen darüber, wie sich das Prinzip von Gender Mainstreaming im Sportstättenbau auswirkt bzw. welche Informationen es hierüber überhaupt gibt: Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 10. September 2008<//span>
hier: Gender Mainstreaming im Sportstättenbau<//span>


Sehr geehrte Frau Thum,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung der o.a. Sitzung zu nehmen und von der Verwaltung beantworten zu lassen.

1.    Welcher geschlechterdifferenzierte Nutzen der Sportstätten (aufgrund des Masterplans schon erstellten bzw. den noch zu erstellenden) als auch der in Kunstrasen umgewandelten Spielfelder ergibt sich für Frauen und Männer oder Mädchen und Jungen bzw. welche signifikante geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es?
2.    Welche Daten/Informationen und Erkenntnisse hinsichtlich der Nutzung dieser im Masterplan Sport aufgeführten Sportstätten  fehlen, um zu einer genaueren Einschätzung zu gelangen?
3.    Welche konkreten Pläne hat die Verwaltung, um Geschlechterunterschiede in der Nutzung der o.g. Sportstätten auszugleichen und beim Bau von Sportstätten künftig zu berücksichtigen?

Sachdarstellung:

Nicht nur auf EU-Ebene wurde der Gender-Mainstreaming-Ansatz zum ersten Mal im Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft trat, rechtlich verbindlich festgeschrieben, wobei Art. 2 und Art. 3 Absatz 2 dieses EG-Vertrags die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming verpflichten, sondern auch der Deutsche Sportbund selbst hat sich zur Umsetzung von Frauenförderung und Gender Mainstreaming (GM) als Doppelstrategie für Chancengleichheit von Frauen und Männern bekannt.

Der  Masterplan Sport beinhaltet für Düsseldorf die Errichtung einer Vielzahl von Sportstätten /-hallen und auch den Umbau von Tennenspielfeldern in Kunstrasenspielfelder. Die finanziellen Investitionen sind dabei so enorm, dass die Frage gestellt werden muss, wer davon eigentlich profitiert.

Für die Gleichstellung und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Sport ist der gleichberechtigte Zugang zu Ressourcen, wie Ausstattung und Sportstättenbau eine wichtige Voraussetzung.

Beispiel Berlin: Durch eine Gender-Analyse des Berliner Senats stellte sich zum Beispiel heraus, dass die Bereitstellung von Sportanlagen eine offensichtliche Unterfinanzierung für diejenigen Sportarten und Freizeitaktivitäten aufweist, die hauptsächlich Frauen zu Gute kommen würden.

Beispiel Sachsen-Anhalt: Von den 60 im Jahr 2000 vom Landessportbund in Sachsen-Anhalt geförderten Sportstätteninvestitionen betrafen 55 die Sparten Handball, Fußball und Schießsport. Bei den Mitgliedern in Fußball- und Schießsportvereinen jedoch liegt der Frauenanteil mit 14% um 16 Prozentpunkte niedriger als im Schnitt des Landessportbundes.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Scheffler