Pressemitteilung GRÜNE BV 8: Kein Abriss der Waldschränke
03. Sep 2014

Zum Abrissantrag der "Waldschänke" in Vennhausen "Siedlung Freiheit", Freiheitstraße 78
Bezirksvertretungssitzung (BV) am 4. September Vorlage 178/180/2014

Susanne Ott, Stellvertretene Bezirksbürgermeisterin für den Bezirk 8:

"Die Mitglieder der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung im Stadtbezirk 8 werden dem Antrag auf Abbruch der "Waldschänke" zugunsten einen Neubaus in der Sitzung der Bezirksvertretung am 04.09.2014 nicht zustimmen, und bitten die WoGeDo sowie die zukünftigen Investor*innen die Planung für das Bauvorhaben "Waldschänke" gemäß der Erhaltungssatzung zu überarbeiten und Ideen für einen Neubau mit Erhalt des Vorder- und Zwischengebäudes zeitnah zu entwickeln.

Im vorliegenden Fall sind wir davon überzeugt, dass es weitere Alternativen gibt. Weder ein vorschneller Abbruch, noch weiterer, jahrelanger Leerstand
werden der Waldschänke gerecht. Es darf keine "Dauerbrache" entsteht und der weitere Verfall der "Waldschänke" muss sofort gestoppt werden.

Wir wollen, dass alle Beteiligten (Eigentümerin, Bauherr, Verwaltung, Politik und Bürgerschaft) wieder zum Dialog finden und eine zukunftsfähige und möglichst breit getragene Lösung entsteht. Die zukünftige Planung sollte einvernehmlich möglichst bis Dezember 2014 abgestimmt sein."

Holger-Michael Arndt, Fraktionssprecher der Grünen im Bezirk 8:

"Die WoGeDo wußte als Mitgründerin der "Siedlung Freiheit", die bereits 1926 gegründet wurde und ein Beispiel für innovative Wohnbebauung der ausgehenden zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist, dass die "Waldschänke" in einem besonders erhaltens- und schützenswerten Gebiet mit besonderer Satzung steht und hätte beizeiten einen regelmäßigen Sanierungs- und Erhaltungs- sowie Modernisierungsaufwand vornehmen müssen.

Deshalb ist die Abrissbegründung: "Um den heutigen Anforderungen und Standards an eine adäquate Wohnbebauung gerecht zu werden sei der jetzige Bestand unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sanierungsfähig" nicht nachvollziehbar. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit ist ein sehr dehnbarer Begriff, der unserer Meinung nach hier viel zu stark und einseitig zugunsten des Abriss ausgelegt wird.

Etwaige Mehrkosten, die bereits genannt wurden, erschienen in Relation zum Gesamtvolumen des Projekts in keiner Weise ausreichend, um hieraus einen kompletten Abriss des prägenden Gebäudes zu rechtfertigen. 

Barrierefreiem Um- und Ausbau/Modernisierung und z.B. Umwandlung der Gastronomie in Wohnungen mit behutsamer Einfügung von Neubauten unter Berücksichtigung der Erhaltungssatzung wäre und würde jederzeit zugestimmt.

Erhaltungssatzungen sind uns wichtig und damit darf nicht leichtfertig umgangen werden.
Auch zukünftig werden die Grünen konsequent auf die Einhaltung der Erhaltungssatzung achten und uns die bisherigen und zukünftigen Ausnahmegenehmigungen im Erhaltungsbestand des Bezirks 8 von der Fachverwaltung genauestens erläutern lassen."