Containerhafen Reisholz in Holthausen (Artikel im nächsten "Rundblick")
10. Mär 2013

Im Dezember 2012 wurde im Rahmen des zweiten Bürgerdialogs zum Projekt “Hafen Reisholz” die Bedarfsanalyse vorgestellt. Diese wurde, wie zugesagt, ins Internet gestellt und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der erwartete Zuwachs des Güterverkehrs im Hinterland des Seehafens Rotterdam auf den Wasserweg, d. h. den Rhein verlagert werden soll. Dies ist natürlich auch eine Folge des bisher nicht erfolgten Ausbaus der Schienenwege auf deutscher Seite. 

Von der noch zu gründenden Projektgesellschaft soll die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Diese muss Antworten darauf geben, in welchem Umfang Mehrbelastungen durch Lärm, sei es durch den Hafenbetrieb oder Zulieferverkehr aber auch Eingriffe in das Ökosystem auftreten werden und welche Maßnahmen das zur Folge hat. Dazu gehört zum Beispiel auch die Berücksichtigung der “Hintergrundbelastung” durch die Rheinschifffahrt, die im Zuge der Diskussion um die Feinstaubemissionen erwähnt wurde. Die bisher gemachten Aussagen, der Gleisanschluss von der Hauptstrecke in Reisholz bis zum Rhein mit ebenerdiger Querung unter anderem der Bonner Straße, sei auch zukünftig ausreichend, halte ich unter Berücksichtigung des Straßenbahn-Fahrplans für gewagt. Wie vereinbar der Hafenausbau beziehungsweise die geplante Nutzung mit europäischen Naturschutzrichtlinien ist, vermag ich hier und heute nicht zu beurteilen. Es könnte ein K.O.-Kriterium sein, muss es aber nicht.

Ob, wie zunächst geplant, noch in diesem Jahr mit konkreten Ergebnissen im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes zu rechnen ist, darf nach dem bisherigen Zeitablauf bezweifelt werden. Festzustellen bleibt aus Sicht der Bürger/-innen, dass der jetzige Bürgerdialog im Hinblick auf Qualität und Umfang hinter dem Werkstattverfahren, dass vor zirka zehn Jahren stattfand, zurück bleibt.  

 

Ernst Welski,
Bündnis 90/Die Grünen   

 

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