Anfrage zu Fluglärm in Düsseldorf
29. Sep 2009

In der Ratssitzung am 24. September 2009 haben wir eine Anfrage zum Thema Fluglärm eingereicht.
Anfrage zur Ratssitzung am 24. September 2009
hier: Fluglärm in Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tages-ordnung der Ratssitzung am 24. September 2009 zu nehmen und durch die Ver-waltung beantworten zu lassen:

 

  1. Wie viele Anflüge von allen Anflügen am Düsseldorfer Flughafen sind jährlich in den Jahren 2006 – 2008 im Gegenanflugverfahren (Transition) erfolgt?
  2. Wo verlaufen die Hauptrouten des Gegenanflugverfahrens über dem Düsseldor-fer Stadtgebiet?
  3. Wie wird der hieraus resultierende Lärm erfasst?

Sachdarstellung:
Es häufen sich die Klagen aus der Bürgerschaft über Fluglärmbelästigung jenseits der bekannten Anflugrouten im Normalanflug. Grund könnte eine Zunahme der Gegenanflugverfahren sein, die in den letzten Jahren am Düsseldorfer Flughafen praktiziert werden. Die spielen in Düsseldorf eine besondere Rolle, weil sie teilweise mit Überquerung der Anflugstrecken herangeführt werden und damit die Flüge zweimal den Nahbereich mit Lärm belasten.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Bellstedt

Die Verwaltung - Herr Beigeordneter Leonhardt - hat folgendermaßen geantwortet:

Gestatten Sie mir, vor der konkreten Beantwortung der drei Fragen auf einige allgemeine Aspekte hinzuweisen:
Die Überwachung des Verkehrs in der Luft sowie die Planung von Flugrouten und Flug-verfahren liegen ausschließlich im Verantwortungsbereich der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Diese hat auf Nachfrage mitgeteilt, dass für die Bewegungslenkung beim Anflug auf einen Flugplatz grundsätzlich zwei Möglichkeiten in Betracht kommen: Der Luftfahrzeug-führer – ich sage lieber Pilot – hat entweder die vorgeschriebenen und veröffentlichten Flugverfahren zu befolgen (§ 27 a Abs. 1 LuftVO) oder die Bewegungs-lenkung erfolgt durch entsprechende Einzelfreigaben des Fluglotsen (§ 26 Abs. 2 Satz 2 LuftVO). Als insoweit veröffentlichtes Flugverfahren wurde im November 2005 für den Flughafen Düsseldorf zusätzlich das Transition-to-Final Verfahren (oder auch Gegenanflugverfahren) implementiert. Bei diesem Verfahren wird – wie auch bei den Einzelfreigaben – das Flugzeug zur Anfluggrundlinie geführt, die in ca. 18 km Entfernung vom Flughafen beginnt. Das Transition-to-Final Verfahren kann, wenn der Pilot über entsprechend ausgerüstetes Fluggerät verfügt, durch die Zuweisung einer bestimmten Wegpunktfolge geschehen. Diese Wegpunkte sind veröffentlicht und in den Datenbanken der betreffenden Luftfahrzeuge als Koordinatenpaare hinterlegt.
Zusammenfassend bedeutet dies, dass anfliegender Luftverkehr grundsätzlich nicht auf dauerhaft festgelegten Routen durchgeführt wird.

Frage 1:
Wie viele Anflüge von allen Anflügen am Düsseldorf Flughafen sind jährlich in den Jahren 2006 – 2008 im Gegenanflugverfahren (Transition) erfolgt?
Antwort:
Eine Statistik darüber, wie oft das Transition-to-Final Verfahren angewendet wird, wird von der DFS nicht geführt.
Frage 2:
Wo verlaufen die Hauptrouten des Gegenanflugverfahrens über dem Düsseldorfer Stadtgebiet?
Antwort:
Anflüge aus Richtung Ratingen verlaufen beim Transition-to-Final Verfahren im Bereich Düsseldorf zum Einen von Neuss-Holzheim mit Nordostkurs über Lichtenbroich in Richtung Ratingen-Lintorf und zum Anderen von Neuss-Holzheim mit Nordostkurs in Richtung Düsseldorf-Gerresheim. Die Flughöhen liegen im Düsseldorfer Bereich bei ca. 10.000 ft (3 km), teilweise aber auch höher.

Anflüge aus Richtung Meerbusch verlaufen beim Transition-to-Final Verfahren im Bereich Düsseldorf zum Einen von Düsseldorf-Gerresheim mit Südwestkurs in Richtung Flehe und zum Anderen von Düsseldorf-Garath mit Nordwestkurs in Richtung Wersten und weiter mit einer Linkskurve in Richtung Flehe. Die Flughöhen liegen in der Regel um ca. 8.000 ft (2,4 km).

Frage 3:
Wie wird der hieraus resultierende Lärm erfasst?
Antwort:
Im Bereich Düsseldorf werden bei Anwendung des Transition-to-Final-Verfahrens keine Endanflugstrecken überquert. Diese Routen liegen nicht im näheren Umfeld der stationären Messstellen der Fluglärmmessanlage des Flughafens Düsseldorf und werden daher messtechnisch nicht erfasst.
Entsprechend der Novellierung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm vom 31. Oktober 2007 umfasst die Beschreibung des Flugbetriebes in der Luft einen Bereich bis zu einer Entfernung von 25 km um den Flugplatzbezugspunkt. Damit wird nicht mehr nur der Endanflugbereich akustisch abgebildet, sondern es ist auch die Berücksichtigung der Landeanflüge, die das Transition-to-Final Verfahren anwenden, sichergestellt. Da aber alle im Bereich Düsseldorf durch das Transition-to-Final-Verfahren geführten Luftfahrzeuge je nach Flugrichtung in einer Flughöhe um ca. 8.000 ft (2,4 km), teilweise sogar höher, mit einer niedrigen Triebwerksleistung fliegen, liegt die daraus resultierende Geräuschentwicklung im Bereich der allgemeinen Hintergrundbelastung.

Abschließend ist anzumerken, dass nach Auskunft des Flughafens Düsseldorf dort kein signifikanter Anstieg der Beschwerdetätigkeit zu verzeichnen ist.