Mehr Starts und Landungen am Flughafen? - GRÜNE: Aushöhlung des Angerland Vergleichs
20. Jun 2013

Zu den Plänen des Düsseldorfer Flughafens erklärt Norbert Czerwinski, Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Die vorgeschlagene Ausweitung ist insbesondere in den Spitzenstunden drastisch: 60 statt 47 Slots pro Stunde bedeuten fast 30 % mehr Flugbewegungen. Laut Flughafenchef Blume sollen sie hauptsächlich am Morgen ab 07:00 Uhr und am späten Nachmittag genutzt werden.“

Die GRÜNEN bezweifeln, dass die vorgeschlagenen Änderungen dem Angerland Vergleich entsprechen. Der Vergleich legt fest, dass die zweite Start- und Landebahn nur als Ausweichbahn in Zeiten des Spitzenverkehrs genutzt werden darf. Dies ist beschränkt auf maximal 50 % der Betriebsstunden des Flughafens, bislang berechnet über den Zeitraum einer Woche. „Wenn diese 50 % jetzt völlig frei über ein ganzes Jahr berechnet werden sollen, könnte im Sommer monatelang im Zweibahnbetrieb geflogen werden. Das hat für mich dann nichts mehr mit einer Ausweichbahn für Spitzenverkehr zu tun.“

Czerwinski betont, dass eine flexiblere Anwendung und Abwicklung der bisherigen Slots denkbar sei. „Ohne wochenlange Voranmeldungen und mit Verbesserungen bei Vor- und Rollfeld kann der Flughafen flexibler reagieren. Dafür sollten im Gegenzug die Flugbewegungen nach 22:00 Uhr reduziert und strikter gehandhabt werden. Hier erwarte ich einen Kompromiss vom Flughafen. Wer mehr Flexibilität über Tag beantragt, muss mehr Ruhe in der Nacht garantieren. Die Zahl der erlaubten Landungen nach 22:00 Uhr muss entsprechend reduziert werden.“

Zur angekündigten Bürger*inneninformation merkt Czerwinski kritisch an, dass es „sowohl dem Flughafenchef als auch OB Elbers anscheinend nur noch um die Information über fertige Pläne geht. Wer die Interessen der Anwohner*innen ernst nimmt, tritt aber in einen echten Dialog und bietet Kompromisse an. Denn Transparenz ist gut, weniger Fluglärm ist besser.“