Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen erhöhen!
21. Nov 2008

Im Wohnungsausschuss am 17. November haben wir ein Konzept der Stadt gefordert, das sich mit öffentlich gefördertem Wohnraum befasst und der Frage, in welchen Stadtteilen die Zahl der Wohnungen  erhöht werden müsste: Antrag zur Sitzung des Ausschusses am  2008
hier: Konzept für mehr öffentlich geförderten Wohnungsbau

Sehr geehrter Herr Witzke,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 17. November 2008 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung bittet die Verwaltung, bis zum Mai 2009 dem Ausschuss ein Konzept zur Stabilisierung und mittelfristigen Erhöhung des Anteils öffentlich geförderter Wohnungen am Gesamtbestand der Düs-seldorfer Wohnungen vorzulegen. Hierbei soll langfristig eine relative Gleichvertei-lung der öffentlich geförderten Wohnungen auf die Düsseldorfer Stadtteile angestrebt werden. Stadtteile mit einem hohen Anteil mit öffentlich geförderten Wohnungen - zum Beispiel Rath, Reisholz oder Garath - sollen kaum oder gar nicht mit einbezogen werden. Der Ausschuss wünscht, dieses Konzept eingehend zu diskutieren und dem Rat eine entsprechende Beschlussempfehlung zu geben.

Sachdarstellung:

Dieser Antrag ist in der Sitzung des Ausschusses am 26. März 2007 zurückgestellt worden bis die InWIS-Studie vorliegt. Sie liegt vor und daher bringen wir diesen Antrag mit veränderten Terminsetzungen wieder ein.

Die Dramatik des Rückgangs des Bestandes an öffentlich geförderten Wohnungen ist unverändert. 1987 waren 67.400 Wohnungen gebunden im Rahmen der sozialen Wohnungsbauförderung. Dies waren 27 % der Wohnungen in Düsseldorf. Dieser Bestand ist 2006 auf 29.227 Wohnungen beziehungsweise 8,9 % gesunken und wird laut InWIS-Studie bis zum Jahr 2015 auf knapp 21.000 Wohnungen beziehungsweise 6 % sinken.

Dies bedeutet für Beziehende niedriger Einkommen eine erhebliche Schwierigkeit, sich angemessen mit Wohnraum versorgen zu können. Die Expertenbefragung 2006 des Amtes für Wohnungswesen dokumentiert dies. Die Fachleute sehen die Markt-lage in diesem Segment als (sehr) angespannt an. Dieser Zustand bedeutet auch eine Belastung für den Haushalt der Stadt, da die Stadt anteilig die Wohnkosten für ALG II-Beziehende zu zahlen hat. Die Wohnungsmarktbeobachtung der Wohnungs-bauförderungsanstalt zeigt in diesem Zusammenhang, dass der öffentlich geförderte Wohnungsbau eine preisdämpfende Funktion hat.

Des Weiteren ist zu erkennen, dass die öffentlich geförderten Wohnungen sehr un-gleich über das Stadtgebiet verteilt sind. Dies führt in einigen Quartieren zu einer er-heblich sozial gespannten Situation. Daher ist eine Zunahme der Konzentration von öffentlich geförderten Wohnungen in vielen Quartieren nicht empfehlenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey        Traudl Blumenroth