Düsseldorfer GRÜNE stellen sich der Pädophilie-Debatte
30. Sep 2013

Mit dem heutigen Tag (30.09.2013) hat Jens Petring seine politischen Ämter und Mandate niedergelegt. Er zieht damit die Konsequenz aus seiner Rolle in den 80er Jahren auf Landes- und Bundesebene, als er es versäumt hat, seine Auffassung mit Nachdruck in die damalige Debatte um eine Änderung des Sexualstrafrechts einzubringen. Darüber hinaus gibt es einen Vertrauensverlust. Jens Petring hat dies in einer persönlichen Erklärung erläutert, die dieser Pressemitteilung beigefügt ist und die auf unserer Internetseite veröffentlicht wurde. Wir nehmen diese Entscheidung von Jens Petring mit Respekt zur Kenntnis und danken ihm für seine seit 1998 für den Kreisverband und die Ratsfraktion Düsseldorf geleistete engagierte Arbeit.

Die GRÜNEN in Düsseldorf überprüfen im Zuge der aktuellen Debatte um Pädophilie wie der Kreisverband sich damals aufgestellt hatte. Nach dem Bekanntwerden, dass auch das Kommunalwahlprogramm der GRÜNEN in Göttingen die falschen Forderungen beinhaltete, haben wir die Düsseldorfer Programme aus der Zeit von 1984-2009 geprüft.  Wir können heute feststellen, dass  sich nach bisherigem  Kenntnisstand keine Textpassagen, die einvernehmlichen Sex mit Kindern oder Jugendlichen als möglich erscheinen oder das Thema insgesamt verharmlosen sollten, in Veröffentlichungen der Düsseldorfer GRÜNEN  finden.

Die Düsseldorfer GRÜNEN haben am 23. September 2013 beschlossen, eine Kommission zur historischen Analyse und weiteren Aufklärung einzusetzen. Sie geht der Frage nach, ob und in welcher Form Pädophilie im Kreisverband Düsseldorf thematisiert wurde. Wir werden diese Untersuchung gründlich und zügig vornehmen. Sollte es Hinweise geben, werden wir sie der  Kommission des Bundesverbandes der GRÜNEN und Prof. Dr. Franz Walter und seiner Forschungsgruppe übergeben. Die Düsseldorfer Kommission besteht aus Mitgliedern des Kreisvorstandes, des Fraktionsvorstandes und ZeitzeugInnen. Da uns auch von unseren Mitgliedern Nachfragen zu diesem Kapitel unserer Parteigeschichte erreichen, planen wir eine Veranstaltung zur Aufarbeitung und Aufklärung, vor dem historischen und heutigen Kontext.

Für uns ist völlig klar, dass es zwischen Erwachsenen und Minderjährigen keine Einvernehmlichkeit im Sexualverkehr gibt. Wir treten entschieden gegen Kindesmissbrauch und für die Rechte von Kindern ein.  Für eine fehlerhafte und falsch verstandene Liberalität unserer Gesamtpartei in den Anfangsjahren stehen wir heute dazu in der Verantwortung und bitten dafür um Entschuldigung. Opfern von sexuellem Missbrauch muss diese damalige Forderung wie blanker Hohn vorkommen, das ist unerträglich und das bedauern wir zutiefst.
Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Mona Neubaur, Kreissprecherin (Mobil 0170/3189662)
Norbert Czerwinski, Fraktionssprecher (Mobil 0173/9119979)

Persönliche Erklärung von Jens Petring

Fragen und Antworten