Diamorphinvergabe - GRÜNE: Verwaltung handlungsunfähig oder handlungsunwillig?
08. Apr 2014

Für viele Schwerstabhängige ist die Vergabe von Diamorphin (pharmazeutisch erzeugtes Heroin) der letzte Ausweg. In Diamorphin-Ambulanzen erhalten Abhängige auf Kassenkosten künstliches Heroin, in Deutschland ist diese Behandlung seit 2009 möglich. Im Düsseldorfer Rat wurde am 8. Juli 2010 einstimmig die Vergabe von Diamorphin beschlossen. Passiert ist seitdem jedoch nicht viel.

"Seit vier Jahren werden wir hingehalten", zeigt sich Ratsfrau Antonia Frey empört. "Trotz Ratsbeschluss vor immerhin 4 Jahren ist bis heute kein tragfähiges Konzept vorgelegt worden. Und als Begründung bekommen wir immer etwas anderes zu hören: mal scheitert das Amt für Immobilienmanagement bei der Standortprüfung, mal wird auf das noch zu entwickelnde Gesundheitskonzept verwiesen. Vergessen werden dabei die Personen, um die es geht: schwer Suchtkranke, denen anders nicht mehr geholfen werden kann. Viele Städte haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sich der körperliche und psychische Zustand und die soziale Lage der Betroffenen durch eine Diamorphinvergabe signifikant verbessert haben. Von der Minderung der Beschaffungskriminalität ganz zu schweigen."

In der letzten Ratssitzung dieser Wahlperiode am Donnerstag (10.04.14) wird die GRÜNE Ratsfraktion nochmals die Verwaltung auffordern, sich zum aktuellen Stand der Planungen zu äußern: „Denn es stellt sich die Frage, ob die Verwaltung nicht handlungsfähig ist oder ob sie gezielt ausbremsen möchte", schließt Ratsfrau Frey.

Ratsanfrage zu: Diamorphingestützten Behandlung in Düsseldorf