Nils Kleibrink

Praktikant / Mitarbeiter in der Ratsfraktion vom
März 2012 bis zum März 2013


Nils Kleibrink

Die längsten sechs Wochen meines Lebens - Nils Kleibrink verlässt die Geschäftsstelle

Ende März endet meine Zeit als Praktikant und Mitarbeiter der Ratsfraktion. Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen.

Im März letzten Jahres betrat ich zum ersten Mal die Geschäftsstelle der Ratsfraktion, um mein Praktikum zu beginnen. Statt wohlverdienter Semesterferien, Sonne, Strand und Meer hieß es nun also: Arbeiten statt Ausschlafen!

Als ich also am ersten Tag zu studentenunfreundlicher Uhrzeit (so gegen 10 Uhr  morgens!) den Zug Richtung Düsseldorf bestieg dachte ich: Sechs Wochen sind schnell geschafft, danach gilt es wieder, das süße Studentenleben zu leben.

Ziemlich genau 365 Tage später muss ich konstatieren: Hat sich irgendwie doch ganz schön gezogen. Aus dem sechswöchigen Praktikum ist schließlich eine Anstellung als studentische Hilfskraft geworden. Und um es mit dem Bauherren  des am schnellsten gebauten Hauptstadtflughafens aller Zeiten zu sagen: „Das ist auch gut so.“

Meine neuen KollegInnen haben mir den Einstieg vom ersten Tag an sehr leicht gemacht und mich mit offenen Armen aufgenommen. An Freundlichkeit und Geduld kaum zu überbieten, in Sachen Arbeitsaufwand unübertroffen. Liebe Fraktion, wenn ihr dieses Geschäftsstellen-Team nicht hättet, ihr müsstet es euch backen!

Aber nicht nur tolle und warmherzige Menschen habe ich getroffen, sondern auch mehr Erfahrung mitgenommen als ich es mir je erträumt hätte. In der Uni lernt man zwar, wie Politik theoretisch funktioniert, aber erst in meiner Zeit hier, habe ich das praktische Rüstzeug an die Hand bekommen. Was es heißt, Anträge und Anfragen zu schreiben, wie man Pressemitteilung auch interessant gestaltet oder wann man laute Politik macht und wann man sich besser zurückhält. Eine vollständige Liste würde diesen Rahmen sprengen. Um es also kurz zu machen: Ich habe einen Einblick erhalten, was es heißt kommunale Politik zu gestalten. Beigebracht haben es mir die besten Lehrer!

Doch es kam auch vor, dass einem Praktikanten die Hackordnung auf komödiantische Weise, unfreiwillig klar gemacht wurde. So betrug es sich, dass ich mit meiner damaligen Praktikanten-Kollegin Linda für eine Presseaktion vor dem Rathaus zum „Equal Pay day“ ca. 20 Umzugskartons aufbaute, in Geschenkpapier einpackte und mit großen „10 %“ Aufklebern versah. Ich kann euch sagen: Ein Knochenjob. Als Belohnung durften wir mit aufs Pressefoto, um uns am nächsten Tag in den Düsseldorfer Zeitungen zu bestaunen. Wow, kaum zwei Wochen hier, schon will die Fraktion mit mir werben, dachte ich.
Womit ich nicht rechnete war, dass sich Sekunden vor Beginn der Aufnahmen ein geschätzter Kollege so vor mir postierte, dass kein Zentimeter meiner Wenigkeit am nächsten Tag den Weg in die Zeitungen fand. Der Traum von meinen zehn Minuten Ruhm im Lichte der großen Politik war also ausgeträumt.

Mit einem Augenzwinkern fällt das Abschiednehmen zwar leichter, dennoch möchte ich zum Ende noch mal ein ganz herzliches und ganz ernst gemeintes Dankeschön aussprechen: An die gesamte Fraktion und vor allem an meine liebgewonnen KollegInnen Claudia, Heike, Miriam, Pegah, Reiner, Stephan und Ulla. Es war ein wirklich tolles Jahr mit euch Allen. Ich werd’s nicht vergessen, Versprochen!