GRÜNE fragen: „Was passiert in der Kunststadt Düsseldorf - ist das Kunst und kann das weg?“
03. Sep 2013

Der Rücktritt des Intendanten des Schauspielhauses, die Ernennung eines E.ON-Controllers zum kaufmännischen Direktor des Museum Kunstpalast (MKP) und die Auseinandersetzung um die Rückgabe zweier Gemälde aus Nazi-Beutekunst: Es ist viel Bewegung in der Kunststadt Düsseldorf. Diese Dynamik gipfelte in den Sommerferien im bundesweit diskutierten Umgang mit der Chillida-Skulptur auf der Baustelle vor dem Thyssen-Hochhaus und dem Rücktritt des Quadriennale-Intendanten Wolfgang Ullrich Ende August. Die GRÜNEN im Rat hinterfragen nun das Kräfteverhältnis von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe in der Auseinandersetzung mit CDU-Fraktionschef Conzen und dem Kämmerer.

Dazu erklärte die stellvertretende Kulturausschussvorsitzenden Marit von Ahlefeld heute (Dienstag): "Als die CDU eine Strukturreform der Kulturinstitute angestoßen und damit zu großer Verunsicherung in den Museen beigetragen hat oder vor einigen Wochen einem möglichen Sponsor des NRW-Forums eine komplette Umbenennung des Museums ermöglichen wollte, wurde der Kulturdezernent dabei offensichtlich überfahren. Und während das monatelange Ringen um die Wiedereröffnung der Mahn- und Gedenkstätte jetzt wohl endlich zu einem guten Ende kommt, ist die Baustelle beim MKP immer noch nicht in Angriff genommen worden."

Die kulturpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Clara Deilmann ergänzt: "Wie zuvor schon beim Rücktritt vom Schauspielhaus-Intendanten Staffan Holm, werden auch beim Rücktritt von Herrn Ullrich gesundheitliche Gründe angeführt. Bemerkenswert ist allerdings, dass beide von massiven Kürzungen in ihren Einrichtungen betroffen waren. Hier haben sich die Sparvorgaben des Kämmerers durchgesetzt.“

Nach Einschätzungen der GRÜNEN Kulturexpertinnen führen u. a. intransparente Entscheidungen, Unsicherheiten bei der künftigen Finanzierung und aufgeschobene Sanierungsmaßnahmen zu einer zunehmenden Unzufriedenheit in der Düsseldorfer Kulturszene.