GRÜNE zum Ende des renommierten NRW-Forums – Verpatzte Chance, neuerlicher Namensvorschlag, ohne Konzept
29. Okt 2013

Der groteske Zirkus um den zukünftigen Namen des bisherigen NRW-Forums reißt nicht ab. Jetzt hat die CDU nach ihrer Idee, dass ein noch zu findender Sponsor den neuen Namen aussuchen darf, in der letzten Woche einen weiteren Vorschlag aus dem Hut gezaubert: „Quadriennale Forum“.

Marit von Ahlefeld, stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses bilanziert: „Hier wird inhaltlich das Pferd von hinten aufgezäumt. Dem bewusst herbeigeführten Ende des international renommierten NRW-Forums durch CDU/FDP ist bislang noch gar kein Konzept gefolgt. Auch wenn ein solches mit wechselnden und durchaus sinnvollen Kollaborationen mit Fotograf Andreas Gursky oder mit Kunstsammlerin Julia Stoschek immer wieder öffentlich angekündigt wird. Wir sind überzeugt, dass sich nur aus einem kreativen, neuen Konzept ein guter neuer Name für eine visionäre Weiterführung des erfolgreichen Museums ableiten lässt - und nicht anders herum.

Darüber hinaus sehen wir GRÜNE die mit 4,2 Millionen Euro kostenintensive Quadriennale durchaus kritisch. Ob dieser Ausstellungsmarathon sozusagen 'Über das Morgen hinaus' also nach 2014, eine Legitimation hat weiter zu bestehen, ist unsicher. Daher ist auch zweifelhaft, ob ein Haus mit diesem Namen die vier Jahre dazwischen sinnvoll überbrücken kann. Alleine mit diesem Etat hätte man beispielsweise viel hinsichtlich des NRW-Forums bewegen können. Nach Aussagen von Herrn Lippert kostet allein der Bestand der Einrichtung 1 Mio. Euro jährlich.

Wir haben immer die Idee unterstützt, daß gemeinsam mit den erfolgreichen Leitern Wenzel und Lippert in Ruhe und mit Kompetenz eine Zukunft des NRW-Forums weiterentwickelt wird. Diese Chance ist nun vertan, da die Stadt vor dem Hintergrund eines ‚Sparzwangs’ nicht bereit war, mehr als die bisher gezahlte Summe von 450 000 Euro aus eigener Kasse zuzusteuern.

Düsseldorf hat mit dem Ende dieses Kulturhauses, das jahrelang mit innovativen und synergetischen Ausstellungen zu Fotografie, Werbung, Mode und Popkultur die Schnittstellen von Kultur und Wirtschaft aufgezeigt hat und damit für Aufsehen sorgte, ein Kult-Haus verloren. Das bedauern auch viele BürgerInnen und KunstakteurInnen dieser Stadt sehr.
Am Freitag 25.10.13 antwortete Frau Wenzel in der Aktuellen Stunde des WDR Fernsehens auf die Frage, wie sie sich den Fortgang des NRW-Forums vorstellen würde: ‚Jung, aufregend, lebendig!’. GRÜNE schließen hier jetzt die Hoffnung an, daß das neue Konzept nicht im verschlossenen Hinterzimmer von wenigen entwickelt wird, sondern daß es gelingt, das bisher Bewährte mit einer existenten Öffnung hin zu den wichtigsten Kulturtreibenden zu verknüpfen – nur so könnte ein neues Haus die verdiente internationale Strahlkraft der Düsseldorfer Kultur sicherstellen. Die bisherigen Zukunftspläne zeigen das nicht auf.“

 

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Marit von Ahlefeld