Armutsrisiko durch Mietpreise - GRÜNE: Handlungsbedarf in Düsseldorf für Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen
23. Jul 2013

Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie zum Wohnungsangebot für Familien in Großstädten kommentiert Antonia Frey, GRÜNE Ratsfrau und Vorsitzende des Wohnungsausschusses: „Erschreckend finde ich, dass nicht einmal jede vierte geeignete Wohnung für eine Familie mit dem durchschnittlichen Düsseldorfer Einkommen von 2.890 Euro im Monat finanzierbar ist! Empörend ist auch, dass Familien mit niedrigen Einkommen in Düsseldorf im Schnitt 39,8 % ihres verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Das ist der höchste Wert in NRW.“

Sie fordert mehr Anstrengungen, um im Neubau wie im Wohnungsbestand bezahlbare Wohnungen zu schaffen und zu sichern. „Mit dem Handlungskonzept „Zukunft Wohnen. Düsseldorf“ haben wir einen Richtungswechsel zur gemeinwohlorientierten Wohnungsbaupolitik und zur Regulierung im Neubau erreicht. Jetzt müssen wir das Konzept konsequent anwenden. Hierzu wurden uns von der Verwaltung erste Berichte und Pläne nach der Sommerpause zugesagt.“

„Gleichzeitig müssen wir im Bestand auf die Mietpreisbremse treten und finanzierbare Wohnungen erhalten“, fordert Frey. Neben den Mietrechtsänderungen auf Bundesebene, für die die GRÜNEN streiten, könne und müsse hier auch auf kommunaler Ebene viel getan werden. „Über qualifizierte Mietspiegel, Milieuschutzsatzungen und eine Zweckentfremdungsverordnung könnte die Stadt gute Instrumente anwenden, um Mietpreissteigerungen im Bestand zu bremsen.“

Erläuterungen: Als Familien mit niedrigen Einkommen gelten Haushalte, die bis zu 60 % des durchschnittlichen Haushaltseinkommens in Düsseldorf. Als finanzierbar wird in der Studie eine Miete in Höhe von maximal 30 % des verfügbaren Einkommens angenommen. Höhere Mietbelastungen gelten allgemein als langfristig nicht tragbar.

Studie "Wohnungsangebot für arme Familien in Großstädten"