Anfrage aus aktuellem Anlass: Bäume auf der neuen Schadowstraße
10. Sep 2015

An
Herrn Oberbürgermeister
Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geisel,

am 01. September 2015 wurden in einem ersten Workshop Ideen zur Neugestaltung der Schadowstraße vorgestellt. Entgegen aller bisheriger Pläne und Visualisierungen werden darin keine Straßenbäume entlang der Straße gezeigt, lediglich an der Ecke Liesegangstraße sind Bäume in Pflanzkübeln vorgesehen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, folgenden Fragen aus aktuellem Anlass in der Ratssitzung vom 10.09.2015 auf die Tagesordnung zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen.

1. Ist es zutreffend, dass die Verwaltung den beteiligten Künstler*innen Hinweise gegeben hat, dass Baumpflanzungen in der Schadowstraße nicht möglich oder erwünscht seien, und wenn ja warum?

2. In welchen Bereichen der Schadowstraße wären Baumpflanzungen ohne Probleme oder mit geringem Aufwand, z.B. durch Leitungsverlegungen, möglich?

3. Wenn aus Sicht der Verwaltung keine Bäume möglich sein sollten, warum waren in allen bisherigen Planungen und Varianten (Wettbewerbsverfahren Kö-Bogen 2. BA, Verkehrsvarianten Schadowstraße, Ingenhoven-Pläne) durchgängige Baumreihen gezeigt, ohne Verweis auf eventuelle Probleme?

Sachdarstellung
Die im Wettbewerbsverfahren prämierten Entwürfe zur Gestaltung des Kö-Bogen 2. Bauabschnitt von Thomas Fenner und Prof. Pablo Molestina sahen zwei durchgängige Baumreihen vor (vgl. z.B. Broschüre „Leben.Gefühl.Stadt.“). Alle Visualisierungen zur Neuordnung der Schadowstraße inkl. Verkehrskonzept sahen zahlreiche Straßenbäume vor (vgl. Vorlage 61/ 39/2013). Auch die aktuellen Pläne von ingenhoven architects zeigen eine (fast) durchgängige Allee auf der Schadowstraße (vgl. Vorlage 61/ 62/2014).

Am 1. September 2015 fand die Auftaktveranstaltung zur Neugestaltung der Schadowstraße statt. Vier Künstler, Manuel Franke, Armin Hartenstein, Andrea Knobloch und Thomas Stricker haben dort ihre Entwürfe vorgestellt haben. Auffallend war, dass diese Entwürfe – entgegen aller bisherigen Planungen – so gut wie keine Baumpflanzungen mehr vorsehen.

Laut Planungshinweiskarte „Klimaanalyse“ von 2012 gilt das Planungsgebiet als hochverdichteter Lastraum, der dringend der kleinklimatischen Aufwertung durch Bäume, Grünpflanzen und Fassadenbegrünungsmaßnahmen bedarf.

Bäume sorgen für die nötige Verbesserung der Luftqualität, verringern durch Beschattung ein unangenehmes Aufheizen zwischen den Geschäfts- und Bürogebäuden und schaffen eine angenehme Atmosphäre mit hoher Aufenthaltsqualität. Ohne Bäume scheint der angestrebte Charakter einer attraktiven Einkaufsstraße nur schwer realisierbar.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler             Norbert Czerwinski

Antwort der Verwaltung