Antrag zu: Färberstraße 136 – Chance für innovative Altenwohnungen in den „Bilker Höfen“
24. Mai 2012

An
Oberbürgermeister
Dirk Elbers

Sehr geehrter Oberbürgermeister Elbers,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 24. Mai 2012 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Rat spricht sich für eine gemeinwesenorientierte Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes Färberstraße 136 am Rand des neuen Wohngebiets „Bilker Höfe“ aus.

Die Verwaltung wird gebeten, mit dem Bauherren und dem Investor adäquate Nutzungs- und Finanzierungskonzepte zu erarbeiten sowie mögliche Kooperationspartner zu beteiligen. Kern des Konzeptes soll der Umbau (zumindest eines Teils des Gebäudes) zu barrierefreien Altenwohnungen oder Altenpflegewohngemeinschaften sein. Als ergänzende oder gegebenenfalls alternative Nutzungen soll die Einrichtung einer Kindertagesstätte, eines  Gesundheits- / Ärztehauses und eines Gemeinschafts- / Kulturzentrums geprüft werden.

Diese Prüfung soll zeitnah unter Beteiligung der verschiedenen Verwaltungsabteilungen (Jugendamt, Gesundheitsamt, Sozialamt, Wohnungsamt, Amt für Immobilienmanagement) und unter Einbeziehung der LIGA der Wohlfahrt und der in Frage kommender Vereine und Verbände erfolgen.

Die Verwaltung wird gebeten, dem Rat unmittelbar nach der Sommerpause 2012 einen Zwischenbericht und bis zum Ende des Jahres 2012 eine Vorlage mit den geprüften Alternativen zur Beschlussfassung vorzulegen.

Sachdarstellung
Auf dem ehemaligen Landesgrundstück zwischen Esmarch-/Färber- und Brachtstraße entstehen derzeit unter dem Projekttitel „Bilker Höfe“ ca. 200 Wohnungen. Am 9.5.2012 wurde in Anwesenheit von Oberbürgermeister Elbers das Richtfest gefeiert.

Am Rande teilten Vertreter des Bauträgers sowie der Oberbürgermeister auf Fragen von AnwohnerInnen mit, dass es zur Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes noch keine konkreten Pläne gäbe. Bezüglich des alten Gebäudes solle zunächst abgewartet werden, wie sich die „Bilker Höfe“ entwickeln.

Auf Basis dieser Annahme, dass Bauherr und Investor noch keine Entscheidung über die zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes Färberstraße 136 getroffen haben, sollte die Stadt Düsseldorf sich im Sinne der Bürgerinnen und Bürger für eine gemeinwesenorientierte Nutzung einsetzen. Das Gebäude würde sich für barrierefreie Altenwohnungen und Altenpflegewohngemeinschaften hervorragend eignen. Ein denkmalgerechter Umbau könnte Barrierefreiheit  zumindest für das Hochparterre relativ einfach herstellen, da hier nur wenige Stufen überwunden werden müssen.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften als Alternative zur herkömmlichen Versorgung Pflegebedürftiger und insbesondere demenziell erkrankter Menschen in Heimen sind wichtige Angebote, um im Alter eigenständiges Wohnen auch bei Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen. Diese Chance sollte im Quartier „Bilker Höfe“ genutzt werden.

Für eine zusammenhängende und an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientierte Planung, sollten neben den Bauherren und Investoren die Wohlfahrtsverbände und die bisher aktiven Vereinen zum Thema Altenwohnen und -pflege einbezogen werden. Ergänzende weitere Nutzungsmöglichkeiten, wie im Beschlussentwurf angesprochen, sollten von der Verwaltung und den beteiligten Akteuren ebenfalls diskutiert und geprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey            Iris Bellstedt            Norbert Czerwinski