Anfrage Ratsherr Wolf zu: Bildungssituation von Zuwanderungskindern aus Südosteuropa
10. Apr 2014

An Herrn
Oberbürgermeister Elbers

Sehr geehrter Oberbürgermeister,

Ich bitte Sie, folgende Fragen in der Sitzung des Rates am 10. April 2014 von der Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie trägt die Stadt Düsseldorf dafür Sorge, dass schulpflichtige Zuwanderungskinder aus Süd-Osteuropa mit und ohne festen Aufenthaltsstatus die Schule besuchen?

2. Wie werden Zuwanderungskinder aus Südosteuropa, die quer einsteigen und deshalb nicht auf dem gleichen Stand wie ihre Mitschüler*innen sind oder über wenige bis keine Deutschkenntnisse verfügen, in den Schulunterricht integriert?

3. Wie werden diese Schüler*innen während ihrer Schul- und ggf. Ausbildungs-Laufbahn pädagogisch begleitet und gefördert?

Sachdarstellung:
Die Probleme, die für einige Zuwanderungskinder aus der Region Südosteuropa durch späte Einschulung und während des Schulbesuches entstehen, sollten nicht als mangelndes Interesse der Familien an der Ausbildung ihrer Kinder interpretiert werden. Im Gegenteil: Viele Familien legen dar, dass die schulische Ausbildung ihrer Kinder für sie sehr wichtig ist. Probleme, die bei später Einschulung und während eines Schulbesuchs entstehen, haben verschiedene Gründe und Ursachen. 

Einige Familien haben, so ist aus der Handreichung von RAA und der Bezirksregierung Arnsberg zu entnehmen, Angst vor negativen Einflüssen auf ihre Kinder (Kontakt mit Drogen, schlechter Einfluss, Diskriminierungen) und halten sie deshalb für eine längere Zeit von Bildungsinstitutionen fern.

Langes Fernbleiben von Bildungsinstitutionen kann im Schulalltag Stress und Überforderungen verursachen. Vorurteile gegenüber Südosteuropäische Familien und die Konflikte, die zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheit entstehen, haben auch einen Einfluss auf viele Fehlstunden, die einige Schüler*innen aufweisen (Handreichung RAA und Bezirksregierung Arnsberg).

Chancengleichheit ist in unserer Gesellschaft eng mit Bildungsgerechtigkeit verbunden. Die beste Strategie, Armut zu vermeiden, bilden ein Schulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung. Um das zu erreichen, benötigen besonders Kinder aus einigen Südosteuropäische Ländern unsere Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Wolf

Antwort der Verwaltung