Antrag mit SPD, FDP: „Herzlich willkommen in Düsseldorf - A warm welcome to Düsseldorf“
30. Apr 2015

An
Oberbürgermeister
Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktionen von FDP, SPD und  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates  am 30. April  2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Antrag:

Der Rat beauftragt die Verwaltung, bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode folgende Ziele umzusetzen:

• In allen relevanten Verwaltungsbereichen soll Englisch als ergänzende Verkehrssprache zum Standard werden.

• Die Fremdsprachenkompetenz der Beschäftigten ist entsprechend zu fördern und weiterzuentwickeln, damit Kundinnen und Kunden in allen relevanten Bereichen der Stadtverwaltung auf Wunsch auf Englisch kommunizieren können.

• Das entsprechende Qualifizierungsangebot ist zielgerichtet zu ermitteln und gegebenenfalls entsprechend auszuweiten.

Sachdarstellung
Düsseldorf ist eine internationale, weltoffene Stadt. Das gilt für die zahlreichen Touristen, die Düsseldorf besuchen, ebenso wie für die Geschäftsleute, Investoren und ausländischen Fachkräfte, die Düsseldorf zu einem echten HotSpot machen. Und in nahezu allen Lebensbereichen ist auch die städtische Verwaltung mit ihren Angeboten und Dienstleistungen involviert. Gleichwohl gilt auch in Düsseldorf: „In Deutschland ist die Amtssprache Deutsch.“ So steht es in § 23 (1) Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG). Und gerade in Bezug auf rechtsverbindlichen Behördenverkehr ist dies auch sinnvoll.

Die genannte Regelung schließt allerdings nicht aus, dass Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung mit ihren unterschiedlichen Kundinnen und Kunden im Bedarfsfall auch (z. B.) englisch sprechen. Hier setzt dieser Antrag an, Englisch zu einer ergänzenden Sprache in der Verwaltung der Landeshauptstadt zu machen.

Diese Forderung ergibt für Düsseldorf in besonderem Maße Sinn. Die Gewissheit, dass Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Behördengängen und sonstigen Kontakten mit Verwaltungsbeschäftigten in Englisch kommunizieren können, ist ein Wettbewerbsvorteil im Ringen um die Neuansiedlung internationaler Unternehmen, und damit bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze in Düsseldorf.

Die Verwaltung verfügt bereits in vielen Bereichen über eine hohe Fremdsprachenkompetenz; beispielhaft werden hier das Amt für Wirtschaftsförderung (und insbesondere hier nicht nur bezogen auf Englisch) oder die Leitstelle der Feuerwehr genannt. Viele Beschäftigte der Verwaltung verfügen über Schulenglisch-Kenntnisse.

Allerdings ist davon auszugehen, dass den meisten Beschäftigten ebenso wie allen Bürgerinnen und Bürgern  Düsseldorfs, die nicht ehrenamtlich oder beruflich regelmäßig in einer anderen Sprache als Deutsch kommunizieren, die Routine in der alltäglichen Anwendung, die Möglichkeit, das Erlernte zu erhalten und zu vertiefen, fehlt.

Für eine Ergänzung des Angebotes um eine Kommunikation in englischer Sprache, muss daher den betreffenden Beschäftigten diese Kompetenz professionell vermittelt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann         Markus Raub     Angela Hebeler    Norbert Czerwinski