Antrag mit SPD und FDP: ein Mädchenhaus für Düsseldorf
10. Dez 2015

An
Oberbürgermeister
Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

im Namen der SPD-Ratsfraktion, der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP-Ratsfraktion bitten wir Sie, folgenden Antrag zum Haushaltsplan-Entwurf 2016 auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 10. Dezember 2015 zu setzen und abstimmen zu lassen:

Der Rat beauftragt die Verwaltung, sich beim Land NRW als Standort für ein Mädchenhaus NRW zu bewerben. Dieses soll als Anlaufstelle für Mädchen und junge Frauen dienen, die sich in einer schwierigen oder bedrohlichen Lebenslage befinden, sexualisierte, körperliche und seelische Gewalt erlebt haben oder von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.

Die Verwaltung soll darüber hinaus nach einer geeigneten Immobilie suchen sowie Gespräche mit dem Verein Pro Mädchen zwecks Erarbeitung eines Konzeptes und einer möglichen Trägerschaft aufnehmen. Voraussetzung für die Umsetzung ist der Erhalt, der von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Finanzierung.

Sachdarstellung
Die Idee des Mädchenhauses ist ähnlich der eines Frauenhauses, wobei speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen eingegangen wird. Dort können sie  niederschwellig, interkulturell, kostenfrei und bei Bedarf unter der Wahrung ihrer Anonymität Angebote von Beratung und Therapie bis hin zu Zuflucht und Hilfe in Notfällen wahrnehmen. Gerade in der aktuellen Situation ist eine solche Einrichtung auch als Anlaufstelle für weibliche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge denkbar.

Die einzige Einrichtung dieser Art in NRW befindet sich in Bielefeld. Die Landesregierung fördert die Einrichtung eines weiteren Standorts, um eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Düsseldorf wäre als Standort bestens geeignet.

Auch für uns als Kommune wäre ein Mädchenhaus NRW eine überaus sinnvolle und wünschenswerte Ergänzung der hiesigen Einrichtungslandschaft. Daher bitten wir die Verwaltung, der Landesregierung unser Interesse zu signalisieren und vor Ort Möglichkeiten für die Realisierung zu prüfen.

Weitere Begründung erfolgt gegebenenfalls mündlich in der Sitzung

Mit freundlichen Grüßen

Markus Raub          Angela Hebeler       Norbert Czerwinski        Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann