Ergänzungsantrag mit SPD und FDP: „Stadtbüchereien - Einstellung des Betriebs des Bücherbusses“ - Stadtbüchereien der Zukunft
10. Dez 2015

An
Oberbürgermeister
Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 10.12.2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt die Verwaltung, zur Weiterentwicklung der Angebote der Stadtbüchereien:

• alternative Konzepte und Kooperationen mit den Stadtteilbüchereien, mit den Büchereien der Kirchengemeinden, den Schulbüchereien, den Zentren Plus und ehrenamtlichen Helfer_Innen zu erbarbeiten, die den Bürgerinnen und Bürgern in den betroffenen Stadtteilen Literaturangebote vermitteln und technische Lösungen wie die Anbringung von Bücherautomaten zu prüfen

• das Konzept für die neue Zentralbibliothek im KAP 1 in einem gemeinsamen Prozess mit den Bürger*innen – insbesondere den aktuellen Nutzer*innen der Stadtbücherei – zu  entwickeln (z. B. durch Umfragen, Diskussionsveranstaltungen, Workshops)

• den Ausbau der online-Angebote der Stadtbüchereien voranzutreiben.

Sachdarstellung
Die Informations- und Lesegewohnheiten ändern sich seit einigen Jahren rasant. Dazu tragen mehrere Faktoren bei: die Digitalisierung, die veränderten Lebensgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen (von der Kita bis zur Ganztagsschule) sowie die wachsende Mobilität aller Bevölkerungsschichten. In diesen Zusammenhängen haben sich die Stadtbüchereien bereits erfolgreich modernisiert. Diese Weiterentwicklung wollen wir wie bisher unterstützen.

Der Bücherbus ist innerhalb der vielschichtigen Stadtbüchereien zwar ein liebgewordenes und vertrautes Angebot, die Zahl der Nutzer*innen geht jedoch kontinuierlich zurück. Neben den absoluten Zahlen ist relevant, dass 92 % der Nutzer*innen, die im Bus ausleihen, auch an anderen Standorten der Stadtbüchereien ausleihen. Die Zahl derjenigen, die ausschließlich den Bus nutzen, ist folglich sehr gering und rechtfertigt nicht die anstehenden hohen Investitions- und Betriebskosten. Dennoch ist das Ziel, den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern niedrigschwellige Literaturangebote in ihren Stadtteilen anzubieten, die einen Wegfall des Bücherbusses kompensieren.

Daher wollen wir den erfolgreichen Weg der Stadtbüchereien weitergehen und um neue Ansätze ergänzen. Dazu gehört die Prüfung von alternativen (Klein-) Konzepten in den Stadtteilen ebenso, wie der weitere Ausbau der beliebten online-Angebote. Mit dem Umzug und der Vergrößerung der Zentralbibliothek am Konrad-Adenauer-Platz 1 steht ein weiterer Meilenstein in den nächsten Jahren an. Hierbei sollten die Bürger*innen und insbesondere die heutigen Nutzer*innen der Stadtbücherei beteiligt werden.

Mit freundlichen Grüßen


Markus Raub          Angela Hebeler       Norbert Czerwinski        Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann